CDU steht unter Schock

Altkanzlerin Merkel zu AfD-Erfolg: „Herz blutet“

Außenpolitik
08.09.2026 20:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Wahlerfolg der rechtspopulistischen AfD und der Absturz der CDU in Sachsen-Anhalt hat Deutschlands Altkanzlerin Angela Merkel tief getroffen. Das sei „einfach schockierend“, sagte die frühere CDU-Parteichefin am Dienstag bei der Digitalmesse Digital X der Deutschen Telekom in Köln.

„Das ist ein Einschnitt, ein wirklicher Einschnitt, den wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erleben.“ Der früheren CDU-Parteichefin „blutet das Herz“, wie sie gestehen musste. Die 72-Jährige riet zu einer anderen Art der Kommunikation, um die Bevölkerung besser zu erreichen und Fortschritte besser zu erklären. „Die individuelle Ansprache der Bürger“ sei wohl wichtiger geworden als früher, erklärte Merkel. Demokratische Parteien müssten jetzt stärker den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern suchen.

Großer Jubel bei der AfD nach dem politischen Erdbeben in Sachsen-Anhalt
Großer Jubel bei der AfD nach dem politischen Erdbeben in Sachsen-Anhalt(Bild: AFP/RONNY HARTMANN)

Bedenklich findet sie, dass Fakten bei vielen Bürgern keinen so hohen Stellenwert mehr hätten und stattdessen auf Gefühle referiert werde. Als Beispiel nannte sie die nach ihrer Darstellung faktische Aussage, dass in Sachsen-Anhalt die Arbeitslosigkeit gesunken und der individuelle Wohlstand gestiegen sei. „Und dann sagt der Spitzenkandidat (der AfD Ulrich Siegmund, Anm.), dies könne sein, aber das werde nicht so gefühlt.“

Absolute Mehrheit nur knapp verpasst
Die AfD hatte die Landtagswahl im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt am Sonntag mit einem Stimmenanteil von 43,8 Prozent mit großem Vorsprung gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verpasst. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will seiner Partei deshalb bei den anderen Fraktionen und einzelnen Abgeordneten eine Mehrheit suchen – sein Ziel sei es, schnellstmöglich eine stabile Mehrheit zu finden, sagte er in Berlin.

Das BSW bekräftigte seine Bereitschaft, Siegmund ins Amt zu verhelfen. Die übrigen Parteien im Landtag hatten vor der Wahl eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein.

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