Mehrere schlechte Ernten in Folge brachten die steirische Käferbohne in eine Krise. Die Ertragsverluste führten dazu, dass sich Importware aus China am heimischen Markt breit machte. Rund 90 Prozent des Angebots im regionalen Handel und in der Gastronomie sollen inzwischen aus dem Ausland kommen.
Sie ist ein kulinarisches Aushängeschild der Grünen Mark: die steirische Käferbohne. Über Generationen hinweg wurde sie kultiviert und zu einer echten Spezialität veredelt. Wer jedoch denkt, in der Steiermark ausschließlich heimische Bohnen auf den Teller zu bekommen, der irrt sich. Mehrere ertragsschwache Jahre in Folge stürzten die Käferbohne in eine Krise. Ernteverluste führten dazu, dass Importware die regionalen Produkte aus dem Handel verdrängte.
„Mittlerweile stammen 80 bis 90 Prozent der angebotenen Käferbohnen aus China. Aus der Steiermark kommt nur mehr ein einstelliger Prozentanteil“, beklagt Andreas Cretnik von Steirerkraft, dem größten steirischen Käferbohnen-Produzenten. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, riskieren wir, die steirische Käferbohne langfristig zu verlieren.“
Gute Ernte in Aussicht
Grund für die Ernteausfälle der vergangenen Jahre ist der Klimawandel. „Die Käferbohne ist eine echte Diva“, weiß Landwirt Helmut Schwab aus Oberdorf in der Oststeiermark. Voraussetzung für eine gute Ernte sind ideale Wetterbedingungen: „Zu viel Hitze, zu wenig Wasser oder der falsche Zeitpunkt bei der Blüte können die Ernte massiv beeinträchtigen“, hält Schwab fest. Das schlechte Wetter der letzten Jahre hätte dazu geführt, dass der Handel auf Importware umsteigen musste.
Mittlerweile stammen 80 bis 90 Prozent der angebotenen Käferbohnen aus China. Aus der Steiermark kommt nur mehr ein einstelliger Prozentanteil.

Andreas Cretnik, Steirerkraft
Bild: diemosbachers
Das könnte sich dieses Jahr aber wieder ändern, denn die kommende Ernte ist vielversprechend, meint Cretnik. Hinzu kommt, dass die steirischen Anbauflächen auf rund 500 Hektar ausgeweitet wurden. „Langfristig könnten wir so deutlich mehr abnehmen“, weiß der Experte. Jedoch müsse die Nachfrage des Handels auch wieder steigen.
Warnung vor belasteten Bohnen aus China
Die Importware wird aber nicht nur für die heimischen Bauern zum Problem. Sie kann in Ausnahmefällen sogar für Konsumenten gefährlich werden. „Es gibt definitiv Unterschiede in der Kontrolle“, erklärt Michael Stelzl vom Hygienicum Graz. Importkontrollen basieren demnach häufig auf Stichproben, während bei steirischen Käferbohnen eine durchgehende Kontrollkette besteht. Die Gefahr: „In Einzelfällen können erhöhte Schwermetallwerte – wie etwa Cadium – auftreten.“ Die chronische Aufnahme des toxischen Metalls kann zu Nierenversagen und Osteoporose führen.
Die steirische Käferbohne schmeckt deutlich besser, aber sie ist eine echte Diva.

Käferbohnenbauer Helmut Schwab
Bild: diemosbachers
„Wenn die Produktion schrittweise aus der Region abwandert, verlieren wir die Kontrolle über Qualität, Standards und Herkunft – und damit die Basis unserer Landwirtschaft“, warnt Stelzl. Konsumenten sollten deshalb auf die Banderole mit steirischem Panther und EU-Siegel achten. Nur Produkte mit der Bezeichnung „Steirische Käferbohne g.U.“ (geschützte Ursprungsbezeichnung) garantieren regionale Produkte. „Das hilft den Bauern – und: Die steirische Käferbohne schmeckt auch deutlich besser“, ist sich Helmut Schwab sicher.
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