Dass ihr Posting so weitreichende Folgen hat, hat sich eine Niederösterreicherin nicht gedacht. Auf WhatsApp veröffentlichte sie ein Bild mit zwei Männern – KI-generiert! Der Deutsche (46), mit dem sie eine On-Off-Beziehung führte, bekam das mehr als in den falschen Hals. Und brach sich dabei die Zehen.
Dass der 46-Jährige am 12. Mai völlig überreagiert hatte, ist ihm im Landesgericht Korneuburg nun klar. „Sie wollte mich eifersüchtig machen. Sie hat gewusst, dass das funktioniert“, erzählt er, dass seine On-Off-Freundin, nur um ihn wütend zu machen, KI-generierte Bilder mit gleich zwei anderen Männern auf WhatsApp veröffentlicht hatte.
Mit drei Messern zur Freundin gefahren
Und was danach folgte, qualifiziert die Staatsanwaltschaft als versuchten Hausfriedensbruch. Denn mit gleich drei Messern sei der Deutsche zur Wohnung der Frau. Dort habe er angeläutet, angeklopft und versucht sie anzurufen – keine Reaktion. „Sie hätte aber auch vorher schon deeskalieren können“, meint der Angeklagte.
Sie haben so fest zu getreten, dass Sie sich die Zehen gebrochen haben.
Richter im Landesgericht Korneuburg (NÖ)
Denn dann versuchte der 46-Jährige die Eingangstüre einzutreten – mit voller Wucht. „Sie haben so fest zu getreten, dass Sie sich die Zehen gebrochen haben“, stellt der Richter fest. „Korrekt“, sagt der gelernte Tischler mit gesenktem Kopf. Von Erfolg war das nicht gekrönt.
Von männlichem Besuch keine Spur
„Ich war ziemlich aufgebracht und betrunken“, spricht der Deutsche sein Alkoholproblem an. Mit den Messern – laut Strafantrag ein Stanleymesser, ein Taschenmesser und ein Küchenmesser – habe er sich gegen die zwei männlichen Besucher verteidigen wollen. „Naja, das muss man, wenn man angegriffen wird. Hätte ja sein können“, versucht er dem Richter zu erklären. Letztlich öffnete ihm die Frau dann selbst die Türe. Zu Gewalt oder Drohungen kam es nicht. Auch von den KI-Affären fehlte natürlich jede Spur.
Weil er verspricht weiterhin eine Alkoholtherapie zu machen, gibt es eine Diversion. Er hat sechs Monate Zeit eine Geldbuße in Höhe von 400 Euro zu bezahlen, dann wird das Verfahren endgültig eingestellt. Den Kontakt zu seiner nun Ex-Freundin will er jedenfalls meiden.
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