Lob von Greenpeace

Tulln feiert, aber „Ökoadelung“ sorgt für Kritik

Niederösterreich
08.09.2026 16:00

Greenpeace würdigt Tullns grünen Weg und will mit der „NaturStadt-Garantie“ noch mehr Flächen schützen. Während sich die Stadt freut, wirft die FPÖ der ÖVP Doppelmoral vor.

Die Gartenstadt des weiten Landes zeigt eindrucksvoll, wie aus grauem Asphalt ein kleines Naturparadies werden kann. „Denn statt Blechlawinen summen dort jetzt Bienen“, begründet die Greenpeace-Jury ihren Entschluss zur Ökoadelung. Bürgermeister Peter Eisenschenk nahm die Ehrung entgegen und kann sich über ein sichtbares Zeichen für den grünen Weg seiner Stadt freuen. Die Auszeichnung würdigt nicht nur den hohen Grünanteil, sondern auch die Maßnahmen, mit denen Tulln mehr Natur in den dicht bebauten Stadtkern bringt.

Tatsächlich: Auf dem Nibelungenplatz, wo früher Autos rund ums Rathaus standen, blühen heute Storchenschnabel und Skabiosen. Zwischen den Pflanzen finden Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten Nahrung und Schutz. Auch für die Bevölkerung ist der neu gestaltete Bereich zu einem beliebten Ort geworden: Bänke laden zum Verweilen ein, an warmen Tagen ist das Summen der Insekten deutlich zu hören.

„Beitrag zu Klimaschutz und Lebensqualität“
„Die Tullner Stadtregierung macht schon viel richtig“, sagt Greenpeace-Expertin Melanie Ebner. Besonders positiv sei, dass die Begrünung nicht nur als kurzfristige Verschönerung verstanden werde, sondern als Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualität. Pflanzen spenden Schatten, speichern Wasser und helfen, die sommerliche Hitze in der Stadt zu reduzieren.

Mit der „NaturStadt-Garantie“ soll noch mehr Grün dauerhaft geschützt werden. Damit könnten weitere Flächen entsiegelt, Blumenwiesen angelegt und zusätzliche Lebensräume für Tiere geschaffen werden. Vielleicht folgt Tulln damit bald dem Beispiel von Krems – und macht endgültig Ernst mit einer Zukunft, in der Bienen wichtiger sind als Blechlawinen.

Kritik von den Freiheitlichen
Dass es dafür Vorgaben von Greenpeace brauche, bezweifelt hingegen FPÖ-Stadtrat Andreas Bors. Er wirft der ÖVP Doppelmoral vor: Während am Nibelungenplatz Parkplätze beseitigt worden seien, werde rund um Tulln weiterhin Boden verbraucht. Über die Stadtentwicklung müssten Bürger und gewählte Vertreter entscheiden.

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