Coup in St. Pölten

Knalleffekt: Alpenland übernimmt Leiner-Areal

Niederösterreich
08.09.2026 16:41

Nach mehreren Eigentümerwechseln ist die Zukunft einer der prominentesten Entwicklungsflächen St. Pöltens vorerst geklärt. Die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Alpenland setzte sich im Bieterverfahren durch. Geplant sind leistbare Wohnungen, ein Hotel sowie Büro- und Gewerbeflächen.

Knalleffekt mitten in der niederösterreichischen Landeshauptstadt: Die Rossmarkthöfe, besser bekannt als ehemaliges Leiner-Areal, haben eine neue Eigentümerin. Die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Alpenland entschied das Bieterverfahren im Zuge der Insolvenzabwicklung der SÜBA AG für sich.

Damit endet vorerst eine jahrelange Phase mehrfacher Besitzerwechsel. Alpenland will die insgesamt 9082 Quadratmeter große Schlüsselimmobilie im Herzen der Landeshauptstadt langfristig zu einem urbanen und lebendigen Quartier entwickeln. Einen besonderen Schwerpunkt soll leistbares Wohnen bilden.

„Für uns ist der Ankauf kein Prestigeprojekt, sondern eine strategische Gelegenheit“, betont Alpenland-Obfrau Isabella Stickler. Das Areal liege nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch direkt am Unternehmensstandort der Genossenschaft. Man wolle damit einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung St. Pöltens leisten.

So hatte Signa damals die Rossmarkthöfe geplant.
So hatte Signa damals die Rossmarkthöfe geplant.(Bild: (c) ZOOMVP.AT)

Wohnungen, Hotel und Gewerbe
Die Pläne gehen allerdings deutlich über ein reines Wohnprojekt hinaus. Vorgesehen ist ein Nutzungsmix aus leistbaren Wohnungen, einem Hotel sowie Büro- und Gewerbeflächen. Wie groß die jeweiligen Bereiche ausfallen werden, soll erst im weiteren Planungs- und Abstimmungsprozess festgelegt werden.

Nach derzeitigen Schätzungen könnten auf dem Areal mindestens 22.500 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche entstehen. Dabei sollen Neubauten mit der bestehenden Bausubstanz verbunden werden. Besondere Rücksicht will Alpenland auf die denkmal- und ensemblegeschützten Gebäude nehmen. Auch zusätzliche Wege durch das bislang weitgehend abgeschlossene Areal stehen im Raum.

Alpenland-Obfrau Stickler: „Unser Ziel ist ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und ...
Alpenland-Obfrau Stickler: „Unser Ziel ist ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und weitere Nutzungen miteinander verbindet.“(Bild: Rainer Friedl)

„Unser Ziel ist ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und weitere Nutzungen miteinander verbindet“, erklärt Stickler. Gerade Wohnungen in zentraler Lage dürften aus Sicht der Genossenschaft nicht ausschließlich dem hochpreisigen Segment vorbehalten bleiben.

Gespräche mit der Stadt starten
Grundsätzliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung sind bereits in einem Raumordnungsvertrag mit der Stadt St. Pölten festgelegt. In den kommenden Monaten will Alpenland nun Gespräche mit der Stadt führen und deren aktuelle Anforderungen und Vorstellungen in die weiteren Planungen aufnehmen.

Bis auf dem ehemaligen Leiner-Areal tatsächlich gebaut wird, dürfte es daher noch dauern. Mit der Übernahme durch Alpenland scheint aber eine entscheidende Weiche für die Zukunft der Rossmarkthöfe gestellt zu sein.

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