Konflikt in Neumarkt

So soll Gesundheitszentrum jetzt gerettet werden

Steiermark
07.09.2026 05:00

Erst im Vorjahr eröffnet, soll das Primärversorgungszentrum in Neumarkt bald viele Räume nicht mehr nutzen dürfen. Arzt und Bürgermeister sind im Clinch, die Landesregierung will eilig vermitteln. 

Der Ausbau von Primärversorgungszentren ist politisch gewünscht und erfolgt in der Steiermark auch kontinuierlich. Einzelne Standorte sind dennoch nicht vor herben Problemen gefeit. In Mariazell sehen sich die Betreiber, wie berichtet, mit einer sehr hohen Nachzahlung von Finanz und Krankenkasse konfrontiert. Und in Neumarkt sorgt nun ein Bescheid der Gemeinde für Wirbel.

Der Hintergrund: Erst im Vorjahr eröffnete der Neumarkter Arzt Wolfgang Auer gemeinsam mit seinem Kollegen Mihnea Lungu aus Scheifling ein sogenanntes Primärversorgungs-Netzwerk mit zwei Standorten. So soll die Gesundheitsversorgung in der Region gesichert werden, mehr als 700 Patienten kommen pro Woche. Zur Eröffnung war der (Landes-)Politiker-Aufmarsch groß.

Überprüfung erfolgte Monate nach der Eröffnung
Doch im 1964 errichteten Gebäude ist nur ein Teil der Räumlichkeiten, konkret etwa 70 Quadratmeter im Erdgeschoß, für eine Ordination bewilligt – nun werden aber alle dafür genutzt, auch jene, die als Wohnraum gewidmet sind. Es kam, viele Monate nach der Eröffnung, zur baupolizeilichen Überprüfung – und am 13. August zu einem Bescheid, der die Nutzung der nicht korrekt gewidmeten Räume binnen vier Wochen untersagt.

„Nach mehr als einem Jahr kommt der Bürgermeister drauf“, ist Arzt Wolfgang Auer verärgert. Der Bescheid sei ihm nicht einmal korrekt zugestellt worden und aus seiner Sicht rechtlich irrelevant. Auer spricht von einer „persönlichen Geschichte“ mit Ortschef Josef Maier.

Bürgermeister muss sich an Baugesetz halten
In einem auf Facebook veröffentlichten Schreiben betont der Anwalt der Gemeinde, dass der Bürgermeister an die Regeln des Baugesetzes gebunden sei und nicht im freien Ermessen entscheiden könne. Zurückgewiesen wird der Vorwurf, dass es im Vorfeld keine Kommunikation mit Auer gegeben habe, mehrere Bemühungen, einen rechtlich korrekten Weg aufzuzeigen, seien aber erfolglos gewesen.

Nun ist Feuer am Dach. Die Landespolitik will das Schlimmste verhindern. Schon nächste Woche lädt Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl zu einem runden Tisch, die SPÖ bringt das Thema in den Landtag. Auer erhofft sich eine rasche Lösung „von der hohen Politik“.

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