Ein Sieg im Kleinen mit großen Folgen. Die AfD wird nun Kanzler und Vize in Berlin vor sich hertreiben.
Es sei eine Wahl, auf die ganz Deutschland schaue und die das Potenzial habe, „nicht nur Sachsen-Anhalt zu verändern“. Mit diesen Worten hatten die Moderatoren das letzte TV-Duell vor dem Sonntag eingeläutet. Nur 1,7 Millionen Menschen waren wahlberechtigt, es ging um lediglich 97 Sitze im Landtag. Die Folgen werden trotzdem auch überregional massiv sein:
Zuständig für Polizei: Wenn die AfD in Regierungs-Verantwortung kommt, dann ist sie plötzlich auch für Polizei und Landesverfassung zuständig. Der Landesverfassungsschutz hat die AfD von Sachsen-Anhalt allerdings als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die Partei verwehrt sich dagegen, hat aber dann die Möglichkeit, das Führungspersonal zu tauschen und andere Schwerpunkte statt Rechtsextremismus zu setzen.
Rendezvous mit der Realität: Die AfD hat im Wahlkampf allerlei Versprechungen gemacht. Für die Umsetzung fehlen laut Experten 2,2 Milliarden Euro.
Kanzler wackelt: Bundespolitisch ist das Wahlergebnis ein Torpedo. Für allem für CDU-Regierungschef Friedrich Merz wird die Situation nun ungemütlich, denn die Niederlage wird dem unpopulärsten Kanzler der Geschichte auch in den eigenen Reihen angelastet werden. Ein Sturz scheint unwahrscheinlich, aber angezählt ist Merz sicher.
SPD im Nirvana: Auch den Regierungspartner der CDU erwischt es voll: Lars Klingbeil und Bärbel Bas stehen vor der Ablöse.
Brandmauer fällt: Das Konzept, die AfD zu ächten, ist gescheitert. Es werden sich immer mehr Politiker finden, die ein Wegräumen der Brandmauer fordern. „Es beginnt hier. Von hier geht es weiter, und alles ist möglich“, warb die AfD.
Es folgen heuer noch zwei Urnengänge, am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
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