Trigonale eröffnet

In den höchsten Sphären des barocken Europas

Kärnten
05.09.2026 22:00

Offizieller Auftakt des Trigonale-Kernfestivals geriet im St. Veiter Rathaus zum gefeierten Hörgenuss im Zeichen von London als musikalischer Hotspot des barocken Europas.

Wir werden so lange hart an der Qualität der Trigonale arbeiten, bis auch der Landeshauptmann und die Kulturreferentin sie besuchen: Es war ein „augenzwinkerndes“ Versprechen, mit dem Intendant Stefan Schweiger die Dissonanzen im Vorfeld mit dem Land Kärnten kommentierte, das sich (wie berichtet) nicht zu werbewirksamen Einladungs-Mails (wie beim Carinthischen Sommer) durchringen konnte. Beim ausverkauften Auftakt des Trigonale-Kernfestivals Freitag im dreigeschossigen Renaissance-Arkadenhof war man qualitativ jedenfalls in den höchsten Sphären virtuoser Könnerschaft und innigster Interpretationskunst angelangt.

Kurz und pointiert begrüßt Intendant Stefan Schweiger
Kurz und pointiert begrüßt Intendant Stefan Schweiger(Bild: Irina Lino)

Ein wahres Klangfest
„London is the Place to be“, lautete das Motto – von Sopranistin Anna Dennis und acht Musikerinnen zum betörenden Klangfest verdichtet, um die ganze Pracht der Alten Musik unter Leitung von Violinistin Judith Steenbrink aus dem barocken Europa in den Saal zu gießen. Und eigentlich müsste man diese hervorragenden Interpretinnen des Originalklangs, die sich anlassbedingt zum Ausnahmeensemble formierten, einzeln beleuchten – und mit ihnen (neben den bereits genannten) Geigerinnen Kinga Ujszászi und Danka Nikolic, Oboistin Emma Black, Cellistin Majella Münz, Lisa Soardi (Theorbe), Christine Sticher (Violone) und Johanna Soller (Cembalo & Orgel).

Virtuose Meisterleistung von Oboistin Emma Black
Virtuose Meisterleistung von Oboistin Emma Black(Bild: Irina Lino)

Tosender Applaus war gewiss
Doch weil das den Rahmen sprengen würde, seien die „Solistinnen“ hervorgehoben – allen voran Emma Black. Sie lieferte für das Oboe-Konzert von Johann Christoph Pepusch ebenso eine Glanzleistung im Adagio-Allegro-Parforceritt wie für jenes von Georg Friedrich Händel, den Werke von William Hayes, Charles Avison und William Boyce in glühender Bewunderung bis zu zukunftsorientierter Abkehr umspielten. Glockenhell und ausdrucksstark Sopranistin Anna Dennis, besonders bei Händels „Ode for St. Cecilia’s Day“ – ein Geschenk an Geist, Herz und Gehör wie der ganze, bejubelte Abend (samt Zugabe)!

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