Almabtrieb

Wo Kühe noch richtig bunt geschmückt sind

Salzburg
04.09.2026 08:00

Der Weg zurück in den Stall wird heute oft nur mehr per Traktor bewältigt, nicht so beim Anderlbauern in St. Martin bei Lofer. Die Tiere werden noch mit prächtigem Schmuck aufgekranzt. Die „Krone“ schaute den Helfern beim Vorbereiten über die Schulter. 

Der prächtige Kopfschmuck der Almkühe – sogenannte Fuikln – ist aus fein gehobelten Holzspänen gefertigt. Die Bänder werden dabei zu hunderten Rosetten und Sternen gebunden und in die gebogenen Tannen und Latschen gesteckt. „Die Machart kommt eigentlich aus Bayern“, erzählt Klaus Leitinger, seit vielen Jahren der Senner auf der Familienalm hoch oben über Lofer. Almleute kamen früher aus dem benachbarten Bayern und brachten die Tradition mit. In anderen Regionen wird oft auch Seidenpapier in den Kopfschmuck gebunden.

Prächtig ist der Schmuck: Senner Klaus Leitinger
Prächtig ist der Schmuck: Senner Klaus Leitinger(Bild: Kerstin Jönsson)

In einer einzigen „Fuikl“ stecken bis zu 30 Stunden Handarbeit. Helfer kommen dann schon Tage früher auf die Alm und binden fleißig mit. Auch Kate aus Wien hilft konzentriert und umwickelt ein überdimensionales Kreuz, das eine der Kühe tragen wird.

Grundsätzlich kommt auf den Kopf zuerst einaml ein Halfter mit Stickerei, wo der Schmuck dann hineingesteckt wird. Verarbeitet sind Symbole wie ein Schlüssel, der für das Zusperren der Hütte steht.

Hilft auf der Alm: Kate aus Wien
Hilft auf der Alm: Kate aus Wien(Bild: Kerstin Jönsson)
Holzspäne in allen Farben werden verarbeitet.
Holzspäne in allen Farben werden verarbeitet.(Bild: Kerstin Jönsson)
Helfer aus der Familie: Andrä ist schon ein echter Profi.
Helfer aus der Familie: Andrä ist schon ein echter Profi.(Bild: Kerstin Jönsson)

Elf Kühe werden sich am Samstag nach dem ausklingenden, zu trockenen Almsommer mit den Treibern vom Anderlbauern auf den Weg ins Tal machen und auf das Kommando „Heimgeh damma!“ hören. Der Termin für den Almabtrieb hielt: „Wir hatten bis zum Schluss noch genug Futter“, erzählt die Familie.

„Bei uns ist es keine Show für Touristen“, betont Leitinger, dass er schon als Kind den Wert der Tradition mitbekommen hat. Mit den Kuhglocken und Spiegeln sollen dann auch böse Geister verjagt werden.

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