Der Trend zur Teilzeitarbeit hält nicht nur an, er beschleunigt sich sogar, und er ist klar weiblich: Aktuell ist erstmals mit 51,1 Prozent schon die Mehrzahl aller unselbstständig beschäftigten Frauen so tätig! Aber auch bei Männern gibt es ein Plus. In Summe gleicht Teilzeit den Verlust von Vollzeit-Jobs gerade noch aus.
Knapp 4,5 Millionen Menschen sind bei uns derzeit erwerbstätig, so die neue Erhebung der Statistik Austria – so viele wie vor einem Jahr. Doch nur noch etwa über drei Millionen tun das in Vollzeit, bereits 1,45 Millionen aber mit reduzierten Wochenstunden. Grund: Es gibt um 57.400 Vollzeitler weniger, dafür sind aber mit 57.200 praktisch exakt gleich viele mit reduzierter Arbeitszeit dazu gekommen – offenbar überwiegend in Berufen mit hohem Frauenanteil, denn die Teilzeitquote bei ihnen stieg gleich um 1,4 Prozentpunkte auf den Rekordwert von 51,1 Prozent. Ähnlich ist der Trend allerdings insgesamt am Arbeitsmarkt, denn selbst bei den Männern gab es einen Teilzeit-Zuwachs um 0,9 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent.
Schon jeder Dritte ist ein Teilzeitler
Zusammengerechnet ist nun schon fast jeder dritte Beschäftigte nicht mehr in Normalzeit tätig (+1,3 Prozentpunkte). Im Schnitt bedeutet Teilzeit eine Wochenarbeit von 18,4 Stunden, während die Kolleginnen und Kollegen 34,9 Stunden am Arbeitsplatz sind.
Für manche Firmen bedeutet das zwar erwünschte zusätzliche Flexibilität beim Personal. Volkswirtschaftlich gesehen hat diese Entwicklung allerdings negative Auswirkungen, weil die geleistete produktive Zeit insgesamt sinkt. Auf alle Beschäftigungsverhältnisse umgelegt, sind wir nur noch durchschnittlich 30,1 Wochenstunden pro Person im Betrieb, um weitere 0,1 Stunden weniger als im Vorjahr. Das macht die heimische Wirtschaft weniger wettbewerbsfähig gegenüber Konkurrenten aus anderen Ländern. In Summe arbeiten die Unselbstständigen laut Statistik rund 1,71 Milliarden Stunden im Jahr.
Auch für die Beschäftigten ist die Tendenz heikel. Neben dem geringeren laufenden Einkommen sinkt dann auch die Pension drastisch. Wer z. B. 21 Jahre voll (bei 3000 Euro Monats-Bruttobezug) und 20 Jahre Teilzeit arbeitet, kann so bis zu einem Viertel seiner Altersversorgung verlieren.
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