Holzboot gesunken

Migranten-Tragödie vor Kanaren: Dutzende Tote

Ausland
03.09.2026 16:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor der beliebten Urlaubsinsel Gran Canaria dürfte am Mittwochabend ein Holzboot mit Dutzenden Migranten gesunken. Bis zu 80 Menschen könnten dabei umgekommen sein, 44 konnten bislang lebend gerettet werden.  

Die staatliche spanische Seenotrettungsorganisation teilte mit, am Mittwochabend ein Boot mit 44 Menschen und 5 Leichen 140 Kilometer südlich von Gran Canaria entdeckt zu haben. Die gut vernetzte und als zuverlässig geltende NGO Caminando Fronteras (Grenzgänger) meldete, das Boot sei am 7. August von Gambia aus mit 127 Menschen in See gestochen.

Diese Angaben hätten auch einige der Überlebenden der spanischen Polizei bestätigt, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE am Donnerstag. Caminando Fronteras verfügt über ein Netz von Mitarbeitern und Informanten in Ländern Nord- und Westafrikas.

Überfahrt endet oft tödlich
Über dieses Netzwerk sowie durch direkten Kontakt mit Familien der Migranten erfährt die spanische NGO oft zeitnah, wann, wo und mit wie vielen Personen ein Boot in Richtung der Kanarischen Inseln ablegt. Oft erreichen die Organisation Notrufe von Booten oder von Angehörigen. Caminando Fronteras alarmiert dann die staatlichen Seenotrettungsdienste.

Die Fahrt in kleinen offenen Holzbooten über den offenen Atlantik gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten seit Jahresanfang mehr als 4.800 Menschen von Afrika aus die zu Spanien gehörenden Kanaren.

Wie viele Menschen dabei durch Stürme, Hunger oder Durst ums Leben kamen, ist nicht genau bekannt. Das UNHCR zählte im Atlantik und im westlichen Mittelmeer insgesamt seit Jahresbeginn 586 Tote oder Vermisste, während Caminando Fronteras schon bis Mai von mehr als 1.300 Toten und Vermissten ausgeht.

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