Hilfe aus Kolumbien

Warum Pflegekräfte den Sprung nach OÖ wagten

Oberösterreich
02.09.2026 15:30

Dass Pflegekräfte an allen Ecken und Enden fehlen, ist längst kein Geheimnis mehr. Vor einigen Jahren wurde verstärkt versucht, Fachpersonal aus den Philippinen anzuwerben – nun liegt der Fokus auf Kolumbien. Die „Krone“ weiß, was die Südamerikaner an Oberösterreich reizt.

„Ich reise gerne und in Kolumbien sind die Arbeitsverträge nicht ideal. Also hab’ ich mir gedacht, dass ich nach Österreich gehe.“ David Quinones ist 25 Jahre und einer von 57 Pflegekräften, die seit Mitte August in Oberösterreich arbeiten. Sie alle haben eine vierjährige universitäre Ausbildung und sprechen schon sehr gut Deutsch.

Deutsch als Schlüssel
„Wer Deutsch lernt, arbeitet, unsere Werte respektiert und leistungsbereit ist, hat in Oberösterreich viele Chancen“, sagt dazu Landesrat Christian Dörfel (ÖVP). Dass in der Pflege auch Mitarbeiter aus fernen Ländern angeworben werden, ist nicht neu. Denn nur mit Mitarbeitern aus Österreich lässt sich der Bedarf nicht decken, auch wenn mittlerweile fast 2000 Menschen die Ausbildung gemacht haben oder machen.

Nach Philippinen nun Kolumbien
Vor wenigen Jahren kamen viele von den Philippinen nach Oberösterreich. Nun hat man sich für Kolumbien entschieden. „Dort erfahren die Familien und alte Menschen eine große Wertschätzung, das hilft in der Pflege. Außerdem ist die Ausbildung sehr gut und unserer ähnlich“, sagt Anna Ferihumer, Geschäftsführerin von Alter OÖ, jene Organisation, die die Suche und Integration der Pflegekräfte abwickelt.

Sicheres Land
Aber warum geht man überhaupt von Südamerika nach Oberösterreich? Natalia Suarez Garcia (24) kommt aus der Millionenstadt Medellin und lebt nun im beschaulichen Grein. „Es ist so ruhig hier, das gefällt mir und natürlich ist es sicherer als in Kolumbien“, sagt sie. Und wie sind die beiden auf die Idee gekommen, nach Oberösterreich zu kommen? „Wir haben auf Instagram das Angebot entdeckt und uns gleich beworben“, erzählen die beiden. Danach gab es ein hartes Auswahlverfahren und Tests, ehe die Reise nach Grein angetreten werden konnte.

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