Behörde untersucht

Absturz soll binnen eines Jahres geklärt sein

Oberösterreich
02.09.2026 09:51

Das Wrack des Schulungsflugzeugs, mit dem zwei junge Flieger vergangene Woche im Attersee in den Tod stürzten, wurde erfolgreich geborgen und nach Wien transportiert. Die Behörde gibt sich nun ein Jahr Zeit, um den tragischen Unfall aufzuklären. Ein Zwischenbericht soll noch im September kommen.

Bis weit über die Grenzen hinaus schlug der tragische Unfall von Benedikt (24) und Fiona (19) große Wellen. Der junge Fluglehrer und seine Schülerin, beide aus Nordrhein-Westfalen unweit der niederländischen Grenze, waren mit einem kleinen Schulungsflugzeug, einer Tecnam P2002-JF bei Steinbach in den Attersee gestürzt.

Tief im See versunken
Das Kleinflugzeug war wie ein Stein an einer der tiefsten Stellen des Sees versunken – weshalb die Bergung erst am Montag erfolgreich abgeschlossen wurde. Spezialtaucher hatten nur wenige Sekunden Zeit, in rund 160 Metern Tiefe Bergetaue anzubringen. Nach der Bergung der beiden Körper wurde das Wrack nach Wien abtransportiert, wo nun die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) für die Ermittlungen zuständig ist.

(Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR)
(Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR)

Zwischenbericht bald
Die Behörde gibt sich – wie sie dem Flugportal AustrianWings mitteilte – ein Jahr Zeit, um den Unfall aufzuklären. Das entspräche den Vorgaben bzw. Empfehlungen der internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO. Diese fordert einen ersten Zwischenbericht innerhalb von 30 Tagen und einen Abschlussbericht so rasch wie möglich, empfiehlt aber eine maximale Untersuchungsdauer von einem Jahr. 

Behörde massiv verbessert
Wie das Onlineportal berichtet, seien diese Empfehlungen in der Vergangenheit in Österreich kaum eingehalten worden. Teilweise habe es mehr als 15 Jahre gedauert, bis ein Abschlussbericht veröffentlicht wurde. Dafür sei die Behörde auch vom Rechnungshof scharf kritisiert worden. In den vergangenen Jahren habe sich in der SUB aber sehr viel verbessert, die Bearbeitungsdauer enorm verkürzt worden.

Wrack in Sicherstellungshalle
Wie die SUB auf Anfrage von Austrian Wings mitteilte, sei man „bemüht“, den Abschlussbericht zum Absturz der Maschine der Flugschule Salzburger Flugschule mit der Kennzung „OE-CLJ“ in den Attersee „im empfohlenen Zeitraum zu veröffentlichen“. Gleichzeitig verwies die SUB darauf, dass der aktuell „älteste in Bearbeitung befindliche Fall“ aus dem „Oktober 2023“ stamme, also knapp zwei Jahre alt sei. Aktuell befinde sich das Wrack in der Sicherstellungshalle der SUB.

Sprecher erklärt
„Die weiteren Untersuchungsschritte werden vom Untersuchungsleiter der SUB mit dem vom Gericht bestellten Sachverständigen koordiniert. Die Behörde war mit zwei Untersuchungsbeauftragten vor Ort. Im Bedarfsfall werden externe Experten beigezogen, und das Untersuchungsteam durch weitere Untersuchungsbeauftragte erweitert“, so ein Sprecher der Behörde.

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