„Eine Kakistokratie“

Venedig: George Clooney kritisiert US-Regierung

Society International
02.09.2026 15:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hollywoodstar George Clooney hat die politische Lage in den USA scharf kritisiert und auf die Zwischenwahlen im November als möglichen Wendepunkt verwiesen. „Es ist nicht einfach, in einem Land zu leben, das von den am wenigsten dafür geeigneten Menschen geführt wird“, sagte Clooney am Mittwoch vor der Eröffnung der 83. Filmfestspiele Venedig.

Die Midterm-Wahlen im November würden ein Moment sein, um Bilanz zu ziehen. „Wenn alles gut läuft, werden wir zu einer Situation größerer Normalität zurückkehren“, meinte der Schauspieler und Regisseur. Clooney nannte dabei den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump nicht beim Namen.

Vorwurf: Mangel an Anstand
Er kritisierte jedoch einen aus seiner Sicht zunehmenden Mangel an Anstand in der politischen Debatte. Es sei absurd, wenn Grausamkeit zur Grundlage und zum Bestandteil der Unterhaltung gemacht werde. Als Beispiel verwies er auf einen Beitrag von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, in dem dieser sich über Frauen in den kanadischen Streitkräften lustig gemacht habe.

George Clooney winkt den Fotografen in Venedig aus einem Wasser-Taxi.
George Clooney winkt den Fotografen in Venedig aus einem Wasser-Taxi.(Bild: AFP/STEFANO RELLANDINI)

Festival beginnt mit Weltpremiere von „Ink“ im Wettbewerb
„Das ist Kakistokratie“, sagte Clooney. Der Begriff bezeichnet eine Herrschaft der am wenigsten geeigneten oder schlechtesten Personen. „Aber was ist mit dem Anstand? Wo ist unser Sinn für Anstand geblieben? Wir werden auch das überwinden und daraus besser hervorgehen“, sagte der Schauspieler.

Goldener Löwe für sein Lebenswerk
Clooney erhält am Mittwochabend bei der Eröffnung der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Die Laudatio hält seine langjährige Freundin und Schauspielkollegin Laura Dern.

Das Festival beginnt mit der Weltpremiere von „Ink“ im Wettbewerb. Der neue Film von Regisseur Danny Boyle erzählt von Rupert Murdochs Übernahme der britischen Zeitung „The Sun“ im Jahr 1969. In den Hauptrollen sind Jack O‘Connell, Guy Pearce und Claire Foy zu sehen. Clooney war bereits im vergangenen Jahr als Schauspieler und Regisseur mit dem Film „Jay Kelly“ in Venedig vertreten. Die Filmfestspiele dauern bis zum 12. September.

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