Attacke auf Nachbarn

Wie ein Teppich einen Messer-Mord verhinderte

Steiermark
08.09.2026 05:00

Mit über dem Kopf erhobenen Küchenmesser rannte eine Grazerin schreiend auf ihren Untermieter zu und wollte ihn „abstechen“. Dass der Mann diese blutige Attacke mit Wunden am Kopf und an der Hand überlebte, ist offenbar dem Schicksal zu verdanken.

Zu dem Mordversuch kam es Mitte März in einem Wohnhaus in Graz-Gösting, das die 48-Jährige gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnte. Seit über zehn Jahren ist das Obergeschoß untervermietet. Probleme mit dem Untermieter gab es noch nie. Doch weil die gebürtige Kärntnerin offensichtlich schon seit vielen Jahren mit verschiedenen Drogen- und Medikamentenabhängigkeiten zu kämpfen hat, entwickelte sie eine Art Verfolgungswahn.

Und so bildete sie sich ein, dass sie von dem 57-Jährigen verfolgt wird, er Kameras installiert hat, ihre Mutter aufhetzt und das Wasser vergiftet. Also meinte sie, etwas unternehmen zu müssen.

Drogen und Medikamente im Blut
Sie nahm ein Küchenmesser und trat laut schreiend die Terrassentür zur Wohnung ihres Kontrahenten ein. Zur Erklärung: Zur Tatzeit hatte die Frau Morphin, ein Beruhigungsmittel, und Reste von Kokain im Blut. „Ich stech‘ dich ab, ich bring‘ dich um“, brüllte sie und hielt ein Küchenmesser drohend über dem Kopf erhoben.

Der 57-Jährige rannte in Todesangst davon, die Messerstecherin hinten her. Als sie ihn eingeholt hatte und mit der Waffe zustechen wollte, rutschte sie auf einem Teppich aus und landete auf dem Boden. Der Nachbar nutzte diese Chance und lief Richtung Terrasse. Doch dann stolperte er ebenfalls.

Nur Sturz verhinderte einen brutalen Mord
Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass nur der Teppich-Sturz einen Mord verhindert hat. Ende Oktober werden die Geschworenen in Graz über den Unterbringungsantrag entscheiden. Aufgrund ihrer schweren psychischen Erkrankung war die 48-Jährige unzurechnungsfähig.

Wutentbrannt trat die Grazerin auf ihn ein, bespuckte ihn und schrie, dass er jetzt sterben werde. Erst ihrer durch die Schreie alarmierten Mutter gelang es, die Rasende wegzuzerren. Als die Polizei schließlich kam, leistete die 48-Jährige noch Widerstand und verletzte einen Beamten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Steiermark

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung