Umstrittenes Kraftwerk

Frastner Projektbetreiber lädt Interessierte ein

Vorarlberg
02.09.2026 12:40
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Das Vorarlberger Unternehmen Rondo Ganahl will in Frastanz ein Reststoff-Kraftwerk errichten. In der Gemeinde hat sich bereits Widerstand gegen das Projekt formiert. Nun lädt das Unternehmen zu einem Info-Nachmittag. 

Das geplante Projekt in Frastanz hat bisher schon für reichlich Aufregung gesorgt. Anrainer befürchten negative Auswirkungen auf ihre Lebensqualität, sollte der Plan auch tatsächlich umgesetzt werden. In jüngster Vergangenheit spitzte sich der Konflikt zwischen Rondo Ganahl und dem Verein „S.O.S. Walgau“, einem Kraftwerksgegner, zu. 

Nun lädt das Unternehmen am 11. September, wenige Tage vor einer von „S.O.S. Walgau“ geplanten Demonstration gegen das Projekt, zum Info-Nachmittag. Wie soll die Anlage funktionieren und welche Brennstoffe werden eingesetzt? Welche Auswirkungen sind auf Verkehr, Lärm, Umwelt und Gesundheit zu erwarten? Und welche Perspektiven könnte das Projekt für eine zukünftige Nahwärmeversorgung in der Region eröffnen? Fragen wie diese wollen die Unternehmensverantwortlichen den Besuchern und Besucherinnen beantworten, heißt es von Rondo Ganahl. Zu diesem Zweck sollen an mehreren thematischen Informationsständen die verschiedenen Aspekte des Projekts anhand von Plänen, Visualisierungen und Zahlen „möglichst verständlich dargestellt“ werden. Projektverantwortliche, Planer und Fachgutachter „stehen für persönliche Gespräche und Rückfragen zur Verfügung.“

„Wir wissen, dass es Fragen gibt“
„Wir wissen, dass es Fragen und auch kritische Sichtweisen gibt. Diese nehmen wir ernst und werden sie auf Basis der vorliegenden Untersuchungen im Rahmen des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren beantworten“, betont Udo Nachbaur, technischer Vorstand der Rondo Ganahl AG. 

Es werden unter anderem die Ausgangslage, die Funktionsweise und Dimensionierung des geplanten Kraftwerks, die vorgesehenen Brennstoffe und die Rauchgasreinigung vorgestellt. Weitere Schwerpunkte bilden das laufende Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren sowie Fragen zu Verkehr, Lärm, Grundwasser, Natur und Gesundheit.

Rondo Ganahl will die Energieversorgung des Produktionsstandorts langfristig absichern und „gleichzeitig die Abhängigkeit von Erdgas deutlich zu reduzieren,“ heißt es in einer Aussendung. Durch die geplante Kraft-Wärme-Kopplungsanlage soll der Erdgasverbrauch am Standort um rund 90 Prozent sinken und der eigene Strombedarf komplett abgedeckt werden. Dabei sollen unter anderem Reststoffe aus der eigenen Papierproduktion energetisch genutzt werden.

Kein Dialog zwischen den Parteien
Dem Verein „S.O.S. Walgau“ warf Rondo Ganahl erst vor Kurzem vor, mit unlauteren Mitteln Stimmung gegen das Projekt zu machen. Deshalb stelle man den Dialog mit dem Verein ein, hieß es in einem offenen Brief. Der Verein wollte diese Kritik nicht einfach hinnehmen und veröffentlichte auf seiner Website ein Schreiben, in dem Rondo Ganahl vorgeworfen wird, auch in der Vergangenheit nie auf ein Dialoggesuch des Vereins eingegangen zu sein.  

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