Sparprogramm

Förderkürzungen treffen den Verein Amazone

Vorarlberg
01.09.2026 14:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Trotz eines Besucherinnen-Plus von 30 Prozent muss die Vorarlberger Anlaufstelle für junge Frauen ihre Öffnungszeiten reduzieren und ein wöchentliches Angebot streichen. Seitens der SPÖ kommt scharfe Kritik.

Aufgrund von Kürzungen der finanziellen Förderung muss der Verein Amazone ab September seine Öffnungszeiten reduzieren und ein etabliertes Angebot streichen. Diese Entscheidung sorgt für Unverständnis, da der Bedarf nach niederschwelliger Unterstützung für junge Menschen so hoch ist wie nie zuvor.

Sparmaßnahmen treffen die jungen Frauen
Wie der Verein in einer aktuellen Aussendung mitteilte, steigen die Besucherinnenzahlen seit Jahren kontinuierlich an. In den vergangenen Jahren wurde ein Zuwachs von mehr als 30 Prozent verzeichnet. Dennoch fehlen nun die finanziellen Mittel, um den Betrieb im gewohnten Umfang aufrechtzuerhalten. Konkret bedeutet dies das vorläufige Aus für die „snackATTACK“, eine wöchentliche Mittagspause, die Jugendlichen einen geschützten Raum ohne Konsumzwang bot. Zudem schließen sich die Türen des Zentrums am Freitag künftig bereits eine Stunde früher.

Die Änderungen im Überblick

Neue Öffnungszeiten (ab September):

Mittwoch: 14.00 – 18.00 Uhr
Freitag: 14.00 – 19.00 Uhr
Samstag: 14.00 – 19.00 Uhr

Bürozeiten:

Montag – Donnerstag: 9.00 – 12.00 Uhr

Leistungsänderungen:

  • Das Angebot „snackATTACK“ (Mittagspause ohne Konsumzwang) entfällt bis auf Weiteres.
  • Freitags schließt das Zentrum eine Stunde früher als bisher.

Brigitte Stadelmann, Leiterin des Amazone-Zentrums, zeigt sich über die Rahmenbedingungen besorgt: Gerade Mädchen, junge Frauen sowie inter, nicht-binäre, trans und agender Personen seien in jüngster Zeit in öffentlichen, digitalen sowie privaten Räumen verstärkt von Gewalt betroffen und psychisch gefordert. Dass in einer solchen Situation Mittel gekürzt werden, erschwere bewährte Zugänge zu präventiven Hilfs- und Beratungsangeboten maßgeblich. Immerhin gibt es für Ratsuchende eine vorläufige Entwarnung: Die individuellen Beratungsangebote sowie die Arbeit der Fachstelle laufen vorerst unverändert weiter. Auch der geplante September-Auftakt mit einer Party sowie zwei Workshops soll wie geplant über die Bühne gehen.

SPÖ Frauensprecherin Bea MadMadlener-Tonetti.
SPÖ Frauensprecherin Bea MadMadlener-Tonetti.(Bild: ZVG)

Der Vorfall zieht auch politische Reaktionen nach sich. Bea Madlener-Tonetti, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Vorarlberg, bezeichnet das Vorgehen seitens der Geldgeber als nicht nachvollziehbar: „Gerade in einer besonders sensiblen Lebensphase benötigten Jugendliche Räume für Austausch, Orientierung und unkomplizierte Hilfe“, argumentiert sie. Ein Wegfall oder eine Reduktion solcher Angebote treffe genau jene jungen Menschen, die persönliche Begleitung dringend brauchen.

Appell an ÖVP und FPÖ
Madlener-Tonetti unterstreicht zudem, dass der massive Anstieg der Besucherinnenzahlen ein eindeutiges Signal sei. Dieser belege klar, dass das Angebot des Vereins trotz des digitalen Wandels hervorragend angenommen werde. Die SPÖ-Politikerin fordert daher die Verantwortlichen der beiden Vorarlberger Regierungsparteien auf, die Kürzungen umgehend zu überdenken und eine langfristige sowie sichere Finanzierung des Vereins Amazone zu gewährleisten.

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