Ein Geständnis ersparte einer 34-Jährigen wohl eine härtere Strafe. Die Tochter war für ihren schwer dementen Vater (60) als Erwachsenenvertreterin eingesprungen. Weil sie rund 25.000 Euro von seinem Konto für sich selbst, bzw. ihre fünf Kinder ausgegeben hatte, musste sie sich vor Gericht verantworten.
„Es ist meine Schuld. Ich habe nicht gewusst, worauf ich mich da einlasse. Jetzt ist mir natürlich klar, dass ich das nicht hätte machen dürfen.“ Diese zwar späte, aber reumütige Einsicht ersparte einer gebürtigen Braunauerin am Landesgericht Linz ein Urteil wegen Untreue. Die fünffache Mutter musste sich dort am Montag verantworten, weil sie als Erwachsenenvertreterin insgesamt rund 25.000 Euro vom Konto ihres sechzigjährigen Vaters behoben und für eigene Zwecke – wie Geburtstagsgeschenke, Kleidung und Autoreparaturen – ausgegeben hatte.
„Dann wusste er nichts mehr“
„Es war alles abgesprochen mit ihm, ich habe nie etwas abgehoben, ohne dass ich ihm vorher Bescheid gesagt hätte“, so die 34-Jährige eingangs. Erst später sei ihr bewusst geworden, wie „verwirrt“ ihr Vater tatsächlich bereits war: „Man hat ihm etwas gesagt und fünf Minuten später wusste er davon nichts mehr“, so die Angeklagte. Zuvor hatte sie längere Zeit keinen Kontakt mit ihrem Vater gehabt und die Erwachsenenvertretung schlecht vorbereitet übernommen.
Unbescholten und geständig
Weil die gebürtige Braunauerin nicht nur völlig unbescholten und geständig war, sondern auch unverschuldet auf einem Schuldenberg sitzt, bot ihr die Richterin eine Diversion an – die die fünffache Mutter auch dankend annahm. Allerdings nicht ohne Auflagen: Sie bekam ein Jahr Probezeit, während der sie Bewährungshilfe bekommt. Zudem muss sie ihrem Vater bzw. dessen neuem Vertreter nach Kräften Geld zurückzahlen. So wurde das Verfahren eingestellt.
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