Die angezählte Landeshauptmann-Stellvertreterin Khom glaubt, dass die Partei hinter ihr steht. Landeshauptmann Kunasek hat kein Interesse an neuem Kopf an der Spitze seines Juniorpartners.
Sie merkt, „dass viele Dinge gut gehen“, sagt die steirische ÖVP-Chefin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom im „Steirerkrone“-Interview in unserer Sonntags-Ausgabe. Und sie versichert auch, zu merken, „dass meine Partei hinter mir steht, auch wenn irgendwer vielleicht anderer Meinung ist“. Ja, die „Irgendwer“ sind gar nicht rar gesät, da sind einige anderer Meinung – innerhalb und außerhalb „ihrer“ Partei, innerhalb und außerhalb unseres Bundeslandes. Die Erzählungen ähneln einander: Je näher Khom einem gekommen ist, umso kritischer das Bild.
Kämpft mit SPÖ um Platz 2
Aber auch bei der breiten Bevölkerung in der Steiermark kommt Khom nur untermittelmäßig an. Unterstrichen haben das schlechte Bild der schwarzen Nr. 1 im Land die desaströsen Werte aus einer aktuellen Umfrage des IFDD-Instituts im Auftrag der „Krone“. Demnach muss sich die Landes-ÖVP mittlerweile mit der auch nicht im Erfolgswind segelnden SPÖ um Platz 2 matchen – beide Parteien erreichen nicht einmal mehr 20 Prozent der Steirer, während Mario Kunasek mit der FPÖ immer höher über der 40-Prozent-Marke landet. Khom selbst liegt noch schlechter als die VP, in der Persönlichkeitsfrage rangiert sie sogar ein Stück hinter SPÖ-Chef Max Lercher.
Landeshauptmann gegen Wechsel
Und da soll die Partei, wie Khom sagt, geschlossen hinter ihr stehen? Nein, gar nicht. Sogar ein Umsturz in der steirischen Volkspartei soll Thema sein – allerdings eines, wie es heißt, nicht im Sinne des FPÖ-Landeshauptmannes. Man hört, es seien schon Signale an den Koalitions-Juniorpartner ausgesendet worden, nicht schon wieder den Kopf an der schwarzen Spitze auszutauschen. Bekanntlich hatte Kunasek nach seinem Wahlsieg im November 2024 einen Koalitionspakt mit den damaligen ÖVP-Spitzen Landeshauptmann Christopher Drexler und Landesrat Werner Amon ausgehandelt. Kaum war der Deal beschlossen, waren Drexler und Amon auch schon von Khom & Co. abserviert.
Nun gelten zwei Szenarien als realistisch: Entweder wird Khom bei den nächsten Wahlen von den Stimmbürgern abserviert. Oder schon zuvor von ihren Parteifreunden.
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