Umwidmung in Stetten

WWF will Stopp der Pläne für Datenzentrum auf Feld

Niederösterreich
31.08.2026 09:15

Datencenter sind für den Fortschritt unumgänglich. In einer Gemeinde im Weinviertel sorgt nun aber eine geplante Umwidmung für ein neues Rechenzentrum für Grundsatzdiskussionen.

„Grundsätzlich ist ein Rechenzentrum in einem kleinen Ort wie Stetten im Bezirk Korneuburg sinnvoll. Die Standortfrage hängt jedoch von Strom, Netzanschluss, Glasfaser, Kühlung und Genehmigungen ab.“ – Befragt man die künstliche Intelligenz nach der Sinnfrage ihrer „existenziellen Bauteile“, erhält man eine durchaus neutrale Antwort. Die Naturschutzorganisation WWF geht jedoch mit dieser Information nicht zwingend konform, aber hakt genau hier ein: „Zuerst müssen die Gemeinde Stetten und das Land alternative Standorte, die bereits gewidmet oder versiegelt sind, prüfen. Erst dann kann über die Umwidmung der 4,3 Hektar großen Ackerfläche nachdenken. Unter anderem muss man ja auch den enorm hohen Energiebedarf berücksichtigen. Wir fordern hier UVPs“, sagt Sprecherin Viktoria Auer.

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Ein Rechenzentrum darf nicht auf einem Getreidefeld landen. Zumindest nicht, solange zentrale Umweltfolgen und der tatsächliche Ressourcenbedarf ungeklärt sind.

Viktoria Auer, WWF-Sprecherin

Strategie für Rechenzentren sollte in diesem Fall Grünfläche schützen
Für den „Fall Stetten“ verweist sie auf den Leitfaden der Rechenzentrum-Strategie des Landes, der im April vorgestellt wurde. Denn darin wurden genaue Parameter für die Genehmigung neuer Datenzentren festgelegt. Bis 0,5 Hektar sind Widmungen wie bisher möglich. „Aber für über drei Hektar braucht es Sondergenehmigungen“, so Auer. Und im konkreten Fall mit 4,3 Hektar würden eben diese Vorgaben für eine genauere Standortanalyse sprechen: Der WWF fordert aus diesem Grund einen sofortigen Stopp der Umwidmungspläne.

Land Niederösterreich betont: „Wir sind hier Vorreiter bei Prüfungen“
Es brauche „eine verpflichtende Alternativenprüfung und neben einer UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) auch transparente Umweltangaben“, so der WWF weiter – auch im Sinne der Bevölkerung. Das Land ist hier bereits aktiv: Der Bau eines Rechenzentrums mit 100 Megawatt Leistung führe etwa zu einer Bruttowertschöpfung von rund 270 Millionen Euro in Niederösterreich und sichert rund 2.800 Arbeitsplätze. 

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