Nach Flutkatastrophe

Mädchen (7) nach vier Tagen aus Schlamm gerettet

Ausland
29.08.2026 22:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Flutkatastrophe in Nepal und Tibet werden noch immer mehr als 2500 Menschen vermisst. Mehr als 734 Leichen wurden inzwischen geborgen, ihr Zustand erschwert zunehmend eine Identifizierung. Doch inmitten der vielen Horrormeldungen gibt es jetzt – vier Tage nach dem Drama – auch eine Bergung mit glücklichem Ausgang ... 

Wie „Nepal News“ am Samstagabend berichtete, konnten nepalesische Polizisten ein siebenjähriges Mädchen retten, das verschüttet war. 

Mit bloßen Händen ausgegraben
In einem Video (siehe unten) der Exekutive ist zu sehen, wie Beamte das Kind mit bloßen Händen ausgraben. Sie räumen dabei Schutt und Steine zur Seite. Das mit Schlamm beschmierte Kind war vier Tage unter den Trümmern gefangen.

Auch Eltern gerettet
Das Mädchen wurde anschließend mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Laut den Ärzten befindet sich die Siebenjährige in einem kritischen Zustand. Bereits zuvor waren ihre Eltern gerettet worden. Sie wurden in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Kathmandu gebracht. Insgesamt konnten bisher „einige Tausend Menschen“ laut Angaben der nepalesischen Behörden gerettet werden. 

Schlamm erschwert Suchaktionen
Die Armee in Nepal hatte zuletzt die Such- und Rettungsaktionen intensiviert, stößt aber weiterhin auf große Probleme. „Der schwierigste Teil ist der abgelagerte Schlamm als Folge der Flutwelle“, sagte Armeesprecher Raja Ram Basnet in Battar Bazar in der an Tibet grenzenden Provinz Bagmati. Dadurch sei es sehr schwierig, Hubschrauber in den betroffenen Gebieten zu landen oder zu starten.

(Bild: AP/Rajesh Kumar Singh)
(Bild: AP/Rajesh Kumar Singh)
(Bild: AFP/Prakash MATHEMA)
(Bild: AP/Lhasa fire and rescue mobile det)
(Bild: AP/Dar Yasin)
(Bild: AP/Rajesh Kumar Singh)
(Bild: AP/Rajesh Kumar Singh)

ZUdem erschwert der Zustand der geborgenen Leichen zunehmend die Identifizierung der Opfer. Von 233 im Distrikt Chitwan an der Grenze zu Indien geborgenen Toten konnten bisher lediglich vier identifiziert werden, wie die Bezirksverwaltung am Samstag mitteilte. Die Leichen und menschlichen Überreste verwesten zunehmend, sagte der Bezirksbeamte Ganesh Aryal. Es wurde vor einem möglichen Risiko für die öffentliche Gesundheit gewarnt.

Die Karte zeigt das Katastrophengebiet nach einer Sturzflut in Nepal mit vielen Toten und etwa 1.500 Vermissten. Die Karte markiert den Verlauf der Flutwelle nach einem Gletscherabbruch nahe der Grenze zu China. Betroffene Orte entlang des Flusslaufs sind Gyirong, Timure, Syapru Besi, Trishuli Bazar und Ratmate. Kathmandu ist als Referenzpunkt eingezeichnet. Quelle: APA.

Hygiene mangelhaft
Unabhängig von den von Leichenteilen stammenden Erregern steigt in den Überflutungsgebieten das Risiko etwa für Durchfallerkrankungen. Überschwemmungen können Abwässer und Fäkalien in Trinkwasserquellen spülen, Latrinen können beschädigt, Kläranlagen überflutet sein. In Notunterkünften und provisorischen Camps kann es an Hygiene mangeln. Eine häufig bei solchen Naturkatastrophen verstärkt auftretende Krankheit ist die Cholera, verursacht vom Bakterium Vibrio cholerae.

Furcht vor erneuter Flutwelle
Die Gefahr einer erneuten Flutwelle ist nach chinesischen Angaben etwas gesunken. Der durch Geröllmassen entstandene See am Fluss Purepu Tsangpo sei geschrumpft, teilten die Behörden am Samstag mit. Satellitenaufnahmen deuteten darauf hin, dass das Wasser langsam abfließe, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV unter Berufung auf das Ministerium für Wasserressourcen.

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