Ak fordert Besserung

Väteranteil in der Karenz bleibt weiter niedrig

Oberösterreich
28.08.2026 16:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Kinderbetreuung ist in Oberösterreich laut der Arbeiterkammer weiter fest in Frauenhand. Nur 13,7 Prozent der Männer nutzen die Möglichkeit der Väterkarenz. Und von diesen bleiben nur fünf Prozent länger als sechs Monate daheim.

Trotz steigender Väterbeteiligung bleibt Kinderbetreuung in Oberösterreich weiterhin überwiegend Frauensache. Das Wiedereinstiegsmonitoring 2026 zeigt zwar einen Anstieg des Männeranteils in Kinderauszeit von 5,7 Prozent im Jahr 2006 auf 13,3 Prozent im Jahr 2023. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass noch immer fast neun von zehn Frauen (86,7 Prozent) die Hauptverantwortung für die unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und dafür Erwerbsunterbrechungen in Kauf nehmen.

102 Männer blieben länger daheim
„Die steigende Beteiligung von Vätern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kinderbetreuung und Karenz sowie die damit verbundenen beruflichen Nachteile weiterhin überwiegend von Frauen getragen werden“, so AK-Präsident Andreas Stangl. Besonders deutlich wird die ungleiche Verteilung bei der Dauer der Karenz.

So unterbrechen knapp zwei Drittel (63,7 Prozent) der Männer ihre Erwerbstätigkeit für höchstens drei Monate, knapp ein Viertel (23,7 Prozent) unterbricht trotz Kinderbetreuungsgeld-Bezug die Erwerbsarbeit überhaupt nicht und nur 5,7 Prozent der Väter bleiben länger als sechs Monate in Kinderauszeit. Das sind in absoluten Zahlen 102 Männer.

Auch Einkommen spielt Rolle
Es zeigt sich auch ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Karenzbeteiligung. Während bei niedrigen Einkommen besonders häufig gar keine Erwerbsunterbrechung erfolgt, nehmen Männer mit höheren Einkommen zwar öfter kurze Karenzzeiten in Anspruch, längere Erwerbsunterbrechungen bleiben aber auch in dieser Gruppe die Ausnahme.

Forderungen der Arbeiterkammer

  • eine gerechtere Verteilung unbezahlter Sorgearbeit
  • gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit
  • familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle und Rahmenbedingungen
  • Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungsplätze 

Die Folgen dieser ungleichen Aufteilung sind langfristig gravierend: Frauen reduzieren bei Elternschaft häufiger ihre Arbeitszeit, unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit länger und tragen dadurch ein deutlich höheres Risiko für Einkommensverluste und Altersarmut.

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