Neues Geschäft

Andere gehen in Pension, er startet mit 64 durch

Oberösterreich
28.08.2026 13:00

Andere denken mit 64 langsam an die Pension. Karl Stütz eröffnet noch einmal ein neues Geschäft. „Das Neue mit den jungen Leuten zusammen macht mir richtig Spaß“, sagt der Linzer Optiker – und Ruhestand scheint für ihn tatsächlich wenig Reiz zu haben.

Ab 4. September auf 200 m²
Am 4. September eröffnet er gemeinsam mit Moritz Kroboth „Optik Stütz & Kroboth“ auf der Spittelwiese. Mehr als 200 Quadratmeter auf zwei Etagen, eigene Werkstatt und ein breites Sortiment: Zwei Familienunternehmen rücken unter einem Dach zusammen. Für Stütz beginnt damit nach Jahrzehnten mit Optik Stütz in der Betlehemstraße noch einmal etwas völlig Neues.

Vater eröffnete 1963 sein Geschäft
Die Optik begleitet ihn praktisch sein ganzes Leben. Sein Vater eröffnete bereits 1963 ein Geschäft, Karl wuchs damit auf. Und genau dieses Familiäre soll auch am neuen Standort nicht verloren gehen. Manche Kunden kommen seit Generationen, man kennt die Kinder, fragt nach der Familie und bleibt auch einmal länger auf ein Plauscherl. „Vom Kunden zum Gast, vom Gast zum Freund“, lautet ein alter Leitsatz.

Am 4. September eröffnet das Geschäft an der Spittelwiese 1.
Am 4. September eröffnet das Geschäft an der Spittelwiese 1.(Bild: Markus Wenzel)

„Es soll eine Seele haben“
Das unterscheidet sich bewusst von der Welt der großen Optikketten und Diskonter. „Es soll eine Seele haben“, sagt Kroboth. Dazu gehört für die beiden auch das Handwerk: Gläser werden großteils in der eigenen Linzer Werkstatt geschliffen, alte Lieblingsfassungen wieder hergerichtet, fünf Lehrlinge ausgebildet. Selbst die Einrichtung entsteht mit Tischlern aus der Region. Im Obergeschoss setzen sie zudem ausschließlich auf Brillen kleinerer Hersteller, die vollständig in Europa produzieren. Trotzdem soll daraus kein abgehobener Luxusladen werden – vom günstigen Modell bis zur handgefertigten Fassung ist alles dabei.

Er könnte längst kürzer treten
Und Stütz? Der könnte längst einen Gang zurückschalten. Doch ihm würden die Menschen und die täglichen Gespräche fehlen. Den ganzen Tag Tennis zu spielen, sei schließlich auch nicht lustig, meint er. Also startet er mit 64 lieber noch einmal durch – in einem Geschäft, in dem die Brille wichtig ist, der Mensch dahinter aber mindestens genauso.

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