Motorradhersteller KTM steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz um 65 Prozent auf 701 Millionen Euro. Indessen laufen die Untersuchungen zu den im Frühling aufgetauchten Manipulationsvorwürfen gegen das Unternehmen weiter. KTM selbst hat die Vorwürfe stets bestritten.
Dem Innviertler Motorradhersteller KTM droht weiterhin rechtliches Ungemach. Im Frühling wurden, wie berichtet, Vorwürfe bekannt, wonach das Unternehmen manipulierte Enduro-Bikes verkaufen soll. Recherchen eines internationalen Mediennetzwerks ergaben, dass KTM „die systematische Entdrosselung einer gesamten Reihe seiner Motorräder ermöglicht, noch bevor diese die Kundinnen und Kunden erreichen“, hieß es damals in den Berichten. KTM selbst betonte hingegen: Kunden könnten die Drosselung zwar aufheben lassen, werden aber informiert, dass damit die Straßenzulassung erlischt. Insofern würden die Vorwürfe auf einem „grundlegenden Missverständnis“ beruhen, so die Innviertler.
„Eine Bewertung steht aus“
Die Causa beschäftigt jedenfalls nach wie vor das zuständige deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA): „Das KBA hat die Untersuchung aufgenommen, die zum Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist. Eine Bewertung steht aus“, heißt es auf Anfrage zur „Krone“.
Die österreichischen Behörden sind in den Fall (noch) nicht involviert: „Die mutmaßlich betroffenen Fahrzeugmodelle wurden alle vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt typgenehmigt. Das KBA ist daher unmittelbar zuständig für diese Fahrzeuggenehmigungen – und damit auch für die Ermittlung, welche Fahrzeugmodelle genau betroffen sind“, hieß es dazu zuletzt aus dem Infrastrukturministerium. Erst nach Abschluss der KBA-Untersuchung werden – gegebenenfalls – österreichische Behörden informiert und „falls erforderlich entsprechende rechtliche und behördliche Schritte eingeleitet“, hieß es weiter.
Umsatz und Motorradverkäufe steigen
In anderer Sache kann KTM hingegen einen Erfolg verbuchen: Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz der Muttergesellschaft Bajaj Mobility um 65 Prozent auf 701 Millionen Euro. Der Motorrad-Umsatz der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS legte um 109 Prozent auf knapp 580 Millionen Euro zu. Das geht aus dem Halbjahresbericht hervor.
Die Innviertler verkauften heuer demnach bereits 89.000 Motorräder dieser drei Marken – um rund 43.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dazu kommen noch rund 58.500 Motorräder, die der neue Mehrheitseigentümer Bajaj Auto in Indien abgesetzt hat.
„Wir verkaufen mehr Motorräder zu besseren Preisen, mit deutlich weniger Discounts und reduzierter Kostenbasis“, sagt CEO Gottfried Neumeister. Das Unternehmen hat seine Fixkosten im ersten Halbjahr um 66 Millionen Euro gesenkt, unter anderem durch den Abbau von Stellen. Unterm Strich beschäftigt der Leitbetrieb nun 3600 Mitarbeiter – um 700 weniger als noch vor einem Jahr.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.