Das hat nicht lange gedauert: Noch sind die Bauarbeiten auf der A7 in Linz nicht abgeschlossen, da haben sich auf den neuen Lärmschutzwänden schon die ersten Sprayer verewigt. Die Asfinag dokumentiert die „künstlcerischen Schmierereien“ und bringt sie zur Anzeige.
Wer derzeit von der Westautobahn über die A7 Richtung Linz fährt, kann es kaum übersehen: Direkt neben der Fahrbahn, wo derzeit noch gearbeitet wird, finden sich meterhohe Graffitis, die von unbekannten Tätern auf die neuen Lärmschutzwände gesprüht wurden. Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger bestätigt das im Gespräch mit der „Krone“: „Ja, das stimmt, die Asfinag hat bei der Autobahnpolizei Anzeige gegen unbekannte Täter erstattet.“
Vorerst werden die Schmierereien allerdings zu sehen bleiben. Die Asfinag will die neuen Lärmschutzwände erst nach Abschluss der Bauarbeiten reinigen. Das hat einen einfachen Grund: „Ein abgesperrter Randbereich erleichtert das Malen nämlich erheblich. Wenn der Verkehr fließt, ist die Abschreckung größer“, erklärt Pollinger. Ähnlich geht die Asfinag derzeit bei den neuen Lärmschutzwänden entlang der A1 zwischen Enns und Linz vor.
Kaum ein Autofahrer meldet es bei der Polizei, wenn Sprayer entlang der Autobahn am Werk sind – selbst wenn diese dort mehrere Stunden verbringen.

Christoph Pollinger, Asfinag
Bild: Markus Wenzel
Billig ist die Beseitigung jedenfalls nicht. Eine chemische Entfernung könne je nach Aufwand mehrere Tausend Euro kosten, deutlich günstiger sei das Übermalen. Werden die Verursacher ausgeforscht, fordert die Asfinag Schadenersatz. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, stellt Pollinger klar.
Dabei kann Sprayern auch ihre eigene Handschrift zum Verhängnis werden. Wird etwa jemand in Linz von der Polizei auf frischer Tat ertappt, werden dessen Graffitis mit jenen entlang der Autobahn verglichen. Auf diese Weise können Täter auch nachträglich mit weiteren Schmierereien in Verbindung gebracht werden.
Nicht jedes Graffiti wird allerdings sofort beseitigt. Die Erfahrung der Asfinag zeige, dass eine frisch gereinigte oder übermalte Fläche für manche Sprayer sogar ein zusätzlicher Ansporn sei, an derselben Stelle wieder aktiv zu werden. „Anders ist das bei illegalen oder problematischen Inhalten, etwa rassistischen Schmierereien oder Wiederbetätigung. Diese werden entfernt, sobald die Asfinag davon Kenntnis erhält“, sagt Pollinger zur „Krone“.
„Rund um Linz nehmen die Schmierereien zu“
Das Graffiti-Problem konzentriert sich in Oberösterreich vor allem auf den urbanen Raum Linz. Im restlichen Autobahnnetz sei es kein wirklich großes Thema. Derzeit würden die Schmierereien rund um die Landeshauptstadt allerdings wieder zunehmen – und Pollinger macht dabei eine auffällige Beobachtung: „Sie sind oft einem erfolgreichen Linzer Fußballklub gewidmet“, schmunzelt der Asfinag-Sprecher.
Was den Autobahnbetreiber ein wenig wundert, ist die fehlende Courage von Lenkern, die – vor allem in der Nacht – die „Künsterl bei ihrer Arbeit ja sehen müssen. „Kaum ein Autofahrer meldet es bei der Polizei, wenn Sprayer entlang der Autobahn am Werk sind – selbst wenn diese dort mehrere Stunden verbringen“, appelliert Pollinger, Beobachtungen nach dem Vorbeifahren möglichst rasch der Polizei zu melden.
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