25 besondere Bauten, die teils unterm Jahr nicht öffentlich zugänglich sind, präsentieren sich am Tag des Denkmals. Heuer geht es um den Mehrwert dieser Gebäude, die Begegnung ermöglichen, Identität stiften, der Inbegriff von Nachhaltigkeit sind, Wertschöpfung ermöglichen...
„Denkmale: Wert für alle“ lautet das Motto des heurigen Tages des Denkmals, bei dem in ganz Österreich gut 300 außergewöhnliche Bauten, allein in Kärnten 25 sehenswerte Ziele in Spezialprogrammen erkundet werden können.
Dieser Tag zeigt, welchen gesellschaftlichen, kulturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Wert Denkmale für uns alle haben.









Alltag und Begegnung in besonderen Gebäuden
Kirchenführungen und Orgelkonzerte begeistern im ab 1781 erbauten Toleranzbethaus in der Äußeren Einöde; zur Bauzeit waren bei evangelischen Bethäusern Kirchtürme verboten, denn die evangelische Minderheit sollte in der Habsburgermonarchie möglichst unsichtbar bleiben. Programm von 9.45 bis 17.15 Uhr)
In der Pfarrkirche von Köttmannsdorf führt Landeskonservator Gorazd Živkovič, der dort auch im Pfarrgemeinderat aktiv ist, nach dem Gottesdienst (8.30 Uhr). Jazzmusiker der Gustav Mahler-Privatuni gestalten den Festgottesdienst in der Christkönigkirche in Krumpendorf, die 1962 eingeweiht, innen 2001 von Felix Orsini-Rosenberg neu gestaet wurde und deren Kreuz Valentin Oman geschaffen hat (10 Uhr).
Das „Café GL.U.ECK“ in der evangelischen Kirche im Stadtpark von Villach, der neugotische Sichtziegelbau, der bereits einen Turm haben durfte, die Fenster von Viktor Rogy locken zum Festgottesdienst (9.30 Uhr).
Mit 25 Veranstaltungen haben wir heuer so viele wie noch nie!

Geraldine Klever vom Landeskonservatorat organisiert das Kärntner Programm
Bild: Christina Natascha Kogler
Verantwortung und Identität in Schlössern
Seit 2015 restauriert Constantin Staus-Rausch sein Schloss Grades, durch das er um 14 und um 16 Uhr führt.
Selten steht das Renaissanceschloss Hallegg in Klagenfurt offen: Führung um 10.30 Uhr. Für gewöhnlich nicht öffentlich zugänglich ist Schloss Mittertrixen in Völkermarkt, das der Guttaringer Unternehmer Maximilian Stingl revitalisiert hat. Schloss Stein in Dellach im Drautal besticht mit seiner Doppelkapelle, die Simon von Taisten malerisch gestaltet hat (Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr; Heinrich Orsini-Rosenberg führt; seine Familie besitzt und erhält das Schloss seit 1681; Kinderprogramm um 10 und 14 Uhr).
Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Das Holz für das alte Sagmeisterhaus in der Äußeren Einöde wurde in den Jahren 1584 bis 1587 geschlägert. Architekt Georg Riesenhuber führt dort um 10.30, 13.30 und 15.30 Uhr.
„Ein Paradebeispiel für die baukulturelle Leitlinie ,Ortskerne stärken’ ist die Revitalisierung von Wirtshaus und Stadel, der ergänzende Neubau und die Restaurierung des Mauerspeichers von 1502 in Rangersdorf“, betont Geraldine Klever vom Denkmalamt. Programm: 11 bis 17 Uhr – mit Lesung, Kirchenführung, Mölltaler Alphornbläsern.
Der ehemalige Pfarrhof von Saak ist längst etabliert als Ausstellungsgebäude: Die Galerie Walker präsentiert heuer Christian Ludwig Attersee (10 bis 17 Uhr).
Care und Repair in Kärntner Burgen
Seit 1996 arbeitet der Burgverein an der Revitalisierung der Burgruine Glanegg (Programm von 10 bis 19 Uhr). Fledermausprogramme der Arge Naturschutz begeistern Kinder, Vorträge, Filme und eine Dachbodenwanderung die Erwachsenen auf Burg Groppenstein in Obervellach (10 bis 14 Uhr). „Vor fünf Jahren wurden in der Kapelle Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert freigelegt“, weiß Klever, für die eines der Highlights die Burgruine Pittersberg bei Hermagor ist: „Die Bauforscherin Christian Wolfgang hat neue Erkenntnisse gewinnen können.“ (Treffpunkt um 14 Uhr bei der Andreas-Kirche in Laas).
Wirtschaft und Wertschöpfung in Museen und Galerien
Im 16. Jahrhundert war der Lachitzhof in Klein St. Paul errichtet worden, wo es einst Schmelzofen und Hammer, später eine Lohnmühle gab. Seit den 1980ern ist es ein Museum: In seinem Museum für Quellenkultur lädt Künstler Werner Hofmeister zur Finissage von „Malewitsch träumt“ (10 bis 14 Uhr).
Im Totentanzmuseum in Metnitz, für das das alte Feuerwehrhaus vom Büro Murero Bresciano erweitert wurde, führt Vinzenz Ebner. Zu sehen sind die Metnitzer Fresken aus dem 15. Jahrhundert und weitere, auch moderne Bearbeitungen des Themas (10 bis 15 Uhr).
Nicht nur die Exponate, auch die Architektur, geplant von querkraft, ist im Museum Liaunig in Neuhaus sehenswert (Führungen in Kooperation mit dem Architektur Haus Kärnten um 11, 14 und 16 Uhr).
Probefresken erhalten – Originale wurden zerstört
Im Museum des Nötscher Kreises im Haus Wiegele in Nötsch im Gailtal erleben Besucher am Tag des Denkmals neben einer Führung durch die aktuelle Ausstellung auch die sogenannten Probefresken: Zur Zehn-Jahres-Feier der Volksabstimmung 1930 hatte Anton Kolig (1886 – 1950) einen monumentalen Freskenzyklus für das Landhaus in Klagenfurt erschaffen – wenig später wurden sie als „entartet“ bezeichnet und zerstört. Nur Fotografien, Skizzen und die von Koligs Schülern ausgeführten Probefresken in der ehemaligen Kegelbahn des damaligen Gasthauses Michor in Nötsch sind noch erhalten - teilweise, denn die Arbeiten wurden 1944 beim Bombenangriff auf Nötsch beschädigt und verwahrlosten danach. Erst 1981 fand eine erste Notsicherung statt, 2013 eine weitere, 2022 kam es zur Konservierung und Restaurierung. Führung: 15 Uhr.
Im Römermuseum Teurnia in St. Peter in Holz erfahren Besucher Spannendes über die Provinzhauptstadt des 5. und 6. Jahrhunderts. Kinder können ein Fotorätsel lösen (11 bis 16 Uhr).
Die Galerie Magnet am Hauptplatz in Völkermarkt befindet sich in einem alten Bürgerhaus, dessen Baubestand vom Mittelalter bis in die 1990er Jahre reicht. Wilfried Magnet führt dort von 10 bis 11 Uhr.
Bis 1989 gab es in Unterthörl eine Gemischtwarenhandlung, die heute als Greißlermuseum bekannt ist und unter anderem mit einem Gewölbedekor aus der Zeit um 1810/1820 begeistert. Diana Erat führt von 12 bis 17 Uhr.
Im Museum im Lavanthaus in Wolfsberg geht es am Tag des Denkmals um die Römer im Lavanttal, um deren Siedlungszentren, Gutshöfe, Gräberstraßen, Heiligtümer und Bergbaureviere. Die Museumstüren stehen von 10 bis 17 Uhr offen, Workshops für Kinder und Jugendliche stehen von 10.30 bis 12 Uhr auf dem Programm, um 15 Uhr führen die Kuratoren Stephan Karl und Corinna Zernig.
Eine Zeitreise führt zu den Keutschacher Pfahlbauten aus vorchristlicher Zeit. Treffpunkt für die Führung mit Lieselore Meyer um 14 Uhr bei Gertis Strandbad in Plaschischen.
Beteiligung und Initiative
Denkmäler, Gedenksteine und Gedenktafeln in Velden sind das Thema von Andreas Kleewein, der um 9 Uhr zu einer Führung einlädt. Treffpunkt beim Eingangstor des Schlosses Velden.
Den Denkmälern in Hermagor ist Bernhard Gitschtaler auf der Spur; wer mitgehen will, ist um 9 Uhr im Schützenpark.
Kulturelles Erbe neu entdecken – bei freiem Eintritt: Am Tag des Denkmals am Sonntag, 27. 9., locken in ganz Österreich 300 besondere Bauten die Besucher, in Kärnten sind es 25 – so viele wie noch nie!
Programmdetails zum Planen Ihres Denkmaltages auf https://www.tagdesdenkmals.at/programm/kaernten
Jahr für Jahr gräbt das archäologische Team in Dölsach in Osttirol neue Mauerzüge aus. Die einzige Römerstadt Tirols ist am Tag des Denkmals geöffnet, für Führungen um 10 und 14 Uhr werden Anmeldungen erbeten: office@aguntum.at
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