Über fünf Millionen Euro kostete das einzigartige Konzerthaus, das der Biochemiker Gustav Ammerer in Prein an der Rax (Niederösterreich) privat erbauen ließ. Platz bietet es für 120 Gäste – das akustische Erlebnis in diesem architektonisch einzigartigen Gebäude ist brillant.
Am Fuße der Rax, zwischen rauschenden Blättern und plätscherndem Bächlein in Prein an der Rax, hat sich der 74-jährige Cellist und Biochemiker Gustav Ammerer seinen größten Wunsch erfüllt: Einen eigenen Konzertsaal in asymmetrischer Bauweise, der außergewöhnlicher Akustik garantiert und Platz für „nur“ 120 musikbegeisterte Besucher bietet.
Dem Vergleich mit dem exzentrischen Opernliebhaber „Fitzcarraldo“, der sich im peruanischen Dschungel ein Opernhaus errichtet hatte, kann er dabei nur zustimmen. „Schon bei der Dachgleiche habe ich in meiner Rede erwähnt, das sei mein ,Fitzcarraldo‘“, lacht er.
Warum gerade hier in Prein an der Rax?
„Bereits als Student kam ich gerne hier in die Raxregion, um mit meinen Freunden klettern zu gehen“, erzählt der in der Wachau geborene und in Linz aufgewachsene Ammerer. Bergerfahrungen sammelte er jedoch nicht nur hier – Ammerer war auch Erstbesteiger des Chogolisa, einem 7668 Meter hohen Berg im Karakorum in Pakistan.
2016 stand das Areal „Hermannswörth“ zum Verkauf und Ammerer schlug zu. Wo früher unter anderem Pferde untergebracht waren, entstand bald mithilfe seines Architektenfreundes Johannes Kraus ein Konzertsaal, der in seiner Architektur ungewöhnlich ist: eine asymmetrische Form, keine parallelen Wände, und eine aufwendig entwickelte Akustik. Kein Zufall, denn Ammerer wollte bewusst keinen großen Konzertbetrieb.


90 bewegliche Deckensegel sorgen dabei für eine optimale Akustik. „Egal wo man sitzt – man hört überall gleich. Es gibt keine Verstärkungen und keine Abschwächungen“, erklärt er. Eigentlich hätte der Saal kleiner werden sollen. „Ich wollte ursprünglich einen Raum, um mit meinem Bruder Kammermusik zu spielen“, erzählt er. Leider sei sein Bruder in der Zwischenzeit verstorben.
Web: www.konzerte-hermannswoerth.at
E-Mail: tickets@konzerte-hermannswoerth.at
Telefon: +43 677 630 82 312
Vollkommen privat finanziert – ohne jede Förderung
Finanziert hat Ammerer das Projekt – es kostete über 5 Millionen Euro – vollständig privat. Förderungen nahm er bewusst nicht in Anspruch, denn er wollte unabhängig bleiben und selbst entscheiden können, was hier passiert. Seine Forschungen und Patente, unter anderem im Zusammenhang mit der Herstellung des Hepatitis-B-Impfstoffs, ermöglichten ihm, diesen Lebenstraum zu verwirklichen.
„Mit fortgeschrittenem Alter ist Abenteuer Berg in den Hintergrund gerückt, aber die Abenteuer Musik und Wissenschaft hören nie auf“, erzählt Ammerer. Was er noch erleben möchte? „Mal schauen, ich hab‘ gerade erst begonnen“.
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