Seit Monaten fehlt jede Spur von einem 13 Wochen alten Baby. Die Mutter aus Niederösterreich hat keine Informationen, ihre Nerven liegen blank.
„Sie leben von der Lüge.“ Es sind harte Worte, die Alexandra Kennedy vom Kinderschutzverein LUCA ausspricht. Aber sie hat diese Worte bewusst gewählt. Jene Vize-Obfrau, die nach dem Tod des damals 17 Monate alten Kindes Luca für Gerechtigkeit und nicht gegen Jugendämter im Allgemeinen kämpft („Sie retten auch Leben“), schaltet sich jetzt in die Causa „Koks-Baby James“ ein. Sie spricht davon, dass eine Handvoll Beamte „den richtigen Job machen und auf das Kindeswohl schauen“, der Rest jedoch „agiert, wie er will. Mit Lügen.“ Daher erstattete sie im Namen des Vereines vor zwei Jahren Anzeige wegen Korruptionsverdacht gegen alle heimischen Jugendämter.
Zurück zum Fall James. „Das ist keine Fiktion, keine Einbildung. Das läuft alles schief. Die bekommen viel Geld für fremduntergebrachte Kinder“, sagt Kennedy. Beweise dafür gibt es freilich keine. Der dreizehn Wochen alte Bub aus dem Weinviertel (NÖ) ist jedenfalls seit Montag spurlos verschwunden.
Wie berichtet, soll ihm irgendjemand Kokain verabreicht haben. Test positiv, Test negativ. Die Richterin spricht ein Machtwort und der jungen Mama Kathi (23) das Kind zu. Der Staatsanwalt stellt das Verfahren gegen die Mutter ein – die resolute Sozialarbeiterin der Jugendwohlfahrt in Gänserndorf holt sich das Kind trotzdem. Jetzt wird gegen sie ermittelt, ebenso gegen einen Polizisten.
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