Richtige Hygiene

Expertin: „Auf unseren Händen soll es leben!“

Vorarlberg
26.08.2026 11:50
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Von Vorarlberg-Krone

Hände sind unsere wichtigsten Werkzeuge. Sie begrüßen, greifen, tragen, fassen Essen – und kommen dabei mit unzähligen Mikroorganismen in Kontakt. Doch Hände müssen nicht durchgehend keimfrei sein. Dr. Gabriele Hartmann, Leiterin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge am LKH Feldkirch, erklärt, wie Handhygiene richtig funktioniert.

Nicht jede Oberfläche, die wir berühren, birgt gefährliche Keime. Manche Situationen erfordern jedoch unsere besondere Aufmerksamkeit: Nach dem Toilettengang, vor dem Essen und der Zubereitung von Speisen, nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen, nach dem Windelwechsel sowie nach Kontakt mit Wunden, Erbrochenem, Durchfall, Tieren oder kranken Personen sollten die Hände gewaschen werden. Dafür genügen im Alltag Wasser und Seife. „Wichtig ist, alle Bereiche mitzunehmen: Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingerspitzen – und das rund 20 bis 30 Sekunden lang“, führt Dr. Hartmann aus.

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Wichtig ist, alle Bereiche mitzunehmen: Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingerspitzen – und das rund 20 bis 30 Sekunden lang.

Dr. Gabriele Hartmann, Leiterin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge am LKH Feldkirch

Entscheidend, so die Expertin, sei nicht maximale Sterilität, sondern eine „vernünftige Hygiene im richtigen Moment“. Zu häufiges Waschen kann die Haut nämlich austrocknen. Milde Seifen und regelmäßiges Eincremen schützen die natürliche Hautbarriere, antibakterielle Spezialprodukte oder ständiges Desinfizieren sind im Alltag jedoch nicht nötig.

Vielfältiges mikrobielles Umfeld ist wichtig
Zudem sind bei weitem nicht alle Keime schlecht. Wie wichtig ein vielfältiges mikrobielles Umfeld ist, zeigt ein ungewöhnliches Beispiel aus dem Weltall: Auf der Internationalen Raumstation ISS ist die mikrobielle Vielfalt deutlich begrenzter als auf der Erde. Die meisten dort gefundenen Mikroorganismen stammen von den Astronautinnen und Astronauten selbst – von deren Haut, Haaren oder Kleidung. Gleichzeitig treten bei Menschen im All häufiger Hautprobleme wie Irritationen und Ausschläge auf. Daraus lässt sich die Erkenntnis ableiten, dass Mikroorganismen schlicht und einfach zu unserem Körper gehören und in enger Wechselwirkung mit ihm und unserem Immunsystem stehen.

Regina Fischer (links), Mitarbeiterin im Mikrobiologie-Labor am LKH Feldkirch, mit Oberärztin ...
Regina Fischer (links), Mitarbeiterin im Mikrobiologie-Labor am LKH Feldkirch, mit Oberärztin Dr. Gabriele Hartmann, Institut für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge.(Bild: mathis.studio)

Die richtige Balance finden
Gesundheit bedeutet deshalb nicht, möglichst keimfrei zu leben, sondern die richtige Balance zu finden. Während Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa in Krankenhäusern, besonders geschützt werden müssen, dürfen wir im Alltag gelassen mit den kleinen Mitbewohnern umgehen, betont Dr. Gabriele Hartmann.

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