Wiener Juwelen

Versperrte Türen von Denkmälern öffnen sich

Wien
27.08.2026 12:30

Historische Baudenkmäler und andere Häuser, die sonst versperrt sind, werden am 27. September wieder für die Wiener geöffnet. Neben Fixpunkten am Tag des Denkmals – und am selben Wochenende „Open House“ – gibt es einige einmalige Gelegenheiten für Besichtigungen, die nie wiederkehren werden.

Das letzte Septemberwochenende müssen sich alle Menschen in Wien, die sich für Architektur und Geschichte interessieren – oder einfach nur neugierig sind – gut einteilen: Am 27. September erlaubt der Tag des Denkmals 50 verschiedene Blicke hinter die historischen Kulissen von Wien, und am selben Wochenende findet von Freitag bis Sonntag auch „Open House“ statt, bei dem noch einmal so viel Gebäude ihre Türen öffnen.

Gelegenheiten, die nie wiederkehren werden
Die Qual der Wahl aus den vielen durchwegs kostenlosen Programmpunkten sollten Interessierte so bald wie möglich erledigen. Vor allem in kleineren Gebäuden oder sensibleren Bereichen muss die Besucherzahl beschränkt werden. Bei Open House gibt es keine Voranmeldungen, am Tag des Denkmals aber kann und sollte man sich möglichst schnell ab 12. September für die – meist rasch ausgebuchten – limitierten Angebote anmelden.

Denkmäler müssen nicht immer nur still stehen: Am 27. September kann man auch in einer ...
Denkmäler müssen nicht immer nur still stehen: Am 27. September kann man auch in einer historischen Straßenbahn die Ringstraße an sich vorüberziehen lassen (keine Voranmeldung nötig).(Bild: Wiener Tramwaymuseum / Peter Pelzlbauer)

Auch von den „Stammspielern“ am Tag des Denkmals können Besucher offenbar gar nicht genug bekommen: Regelmäßig rasch ausgebucht sind etwa Führungen durch das Jugendstil-Juwel der französischen Botschaft hinter dem Karlsplatz. Auch die Hofburg und das Winterpalais des Prinzen Eugen vulgo Finanzministerium werden Jahr für Jahr gestürmt. Daneben gibt es aber auch heuer wieder Besichtigungsmöglichkeiten, die sich nie wieder bieten werden – etwa im fast fertig renovierten Haus Urwalek aus dem Jahr 1930 in Hietzing, bevor sich die Eigentümer dort wohnlich einrichten.

So exklusiv, dass sogar Fotografieren verboten ist
Während der Tag des Denkmals heuer die Rolle von Denkmälern im Alltag – etwa mit einer historischen Straßenbahn am Ring oder einem Spaziergang auf den 200 Jahre alten Spuren von Joseph Kyselak, dem wohl ersten Graffiti-Tagger der Welt – hervorstreichen will, konzentriert sich Open House auf neuere Bauten: Wachsende Stadtquartiere lassen so einen ersten Blick von innen zu, aber auch das sonst verschlossene Uni-Bücherdepot in Floridsdorf, Fotografierverbot zur Sicherheit der papierenen Schätze inklusive.

Der am 21. Mai 1965 gesprengte Nordbahnhof wird virtuell wieder zum Leben erweckt.
Der am 21. Mai 1965 gesprengte Nordbahnhof wird virtuell wieder zum Leben erweckt.(Bild: Hubert Schnedl)

Wie im letzten Jahr bei der Prater-Rotunde bietet der Tag des Denkmals sogar eine Zeitreise an: Der Nordbahnhof, der einst prunkvollste Verkehrsknotenpunkt der gesamten k.u.k. Monarchie wird am 27. September im Internet als virtuell begehbare Rekonstruktion wiederauferstehen. Egal, ob in einem Haus, auf einem Spaziergang oder daheim vor dem Computer: „Das letzte Septemberwochenende wird heuer zu einem besonderen Fest der Baukultur“, ist sich Open-House-Koordinatorin Inge Boch-Galhau jetzt schon sicher. 

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