Die FPÖ befindet sich nicht nur bundesweit im Steigflug, sondern auch in Tirol. Am liebsten würden die Blauen wohl morgen wählen.
Dass man sich mittlerweile als regierende Parteien mehr mit der politischen Konkurrenz als mit den wirklichen Sachthemen auseinandersetzen muss, da die Opposition bevorzugt im „Anschüttmodus“ agiert, macht regieren ganz sicher nicht leichter. Aber so scheint der Trend der Zeit zu sein. Probleme, die es wert wären, anzugehen oder gar zu lösen, bleiben Probleme, die es wert wären, anzugehen oder gar zu lösen.
Somit werden in Tirol gefühlt seit Jahrzehnten die gleichen Themen diskutiert. Etwa der erhöhte Wohnungsbedarf mitsamt immer noch unerschwinglicheren Preisen, Freizeitwohnsitzregelungen, im Tourismus sind es Betten- und Liftausbaustopp, beim Verkehr der steigende Transit, im Bildungsbereich das „Geldgrab“, genannt UMIT oder der Nichtbau des MCI (der dennoch schon zig Millionen Euro an Planungskosten verschlang, ohne dass auch nur irgendetwas Zählbares passiert ist), weiter der Bürokratieabbau (und dennoch sorgen Gesetzgeber, Kammern und Co. für immer mehr Auflagen und Vorschriften) etc. Auch im Gesundheitsbereich mit Ärztemangel tritt man vielfach auf der Stelle, bei den Fachkräften wird die Suppe auch immer dünner (vor allem für die Betriebe) und im Energiebereich verlaufen die Diskussionen fast schon amüsant.
Jeder will zwar ausreichend Strom, aber die Wasserkraft – der einzige Rohstoff, den Tirol wirklich (noch) zur Genüge hat – darf nicht ausgebaut werden. Wenn doch, dauert es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, bis der Projektbetreiber beginnen darf. Stattdessen bringen „Tagträumer“ und sonstige grüne Nostalgiker Windräder ins Spiel, die nachweislich zwar kaum etwas bringen, aber nachhaltig die Landschaft verschandeln würden.
Die Opposition kennt nur eine Zielscheibe
Insbesondere der an der Spitze der Regierung stehende Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hat es da nicht leicht. Warum? Er ist nicht nur Hauptzielscheibe der Oppositionsparteien, sondern wird auch aus den eigenen Reihen regelmäßig überrascht oder gar vor den Kopf gestoßen. Zuletzt war es der schnelle Rücktritt von Sicherheitslandesrätin Astrid Mair – darüber hat die „Krone“ ausführlich berichtet.
Dazu kommt, dass in knapp einem Jahr turnusmäßig in Tirol wieder ein neuer Landtag gewählt wird (außer es gibt vorgezogene Wahlen. Aber wer will das abgesehen von der FPÖ? Und auch wenn vonseiten der Politik noch so oft betont wird, dass man bis zum letzten Tag für das Land „arbeiten“ werde, weiß der gelernte Wähler, dass das nicht so sein wird. Er weiß auch, dass längst schon im Hintergrund Vorbereitungen laufen und Umfragen gemacht werden, um zu wissen, wie man denn prozentuell dasteht, wo den Menschen der Schuh drückt, welche Themen man forcieren muss – die eingangs aufgezählte Themenpalette kann gerne herangezogen werden).
Auch andere Parteien im Galopp zur Wahl 2027
Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger hat schon vor Wochen das „Landeshauptmann-Duell“ zwischen ihm und Mattle ausgerufen. Es gibt zwar keine direkte Landeshauptmannwahl in Tirol (dieser samt Regierungsmitgliedern wird immer noch vom Landtag gewählt), aber das spielt für Abwerzger und die FPÖ keine Rolle. Und auch die anderen Parteien haben längst ihre „Pferde gesattelt“, um stärker Richtung Landtagswahl 2027 zu galoppieren und nur ja nicht unter die Räder von ÖVP und FPÖ zu kommen.
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