Auf der Wildbrücke über die A2 im oststeirischen Bad Blumau ist fast mehr Verkehr als auf der Südautobahn. Drei Wildkameras dokumentieren das illustre Treiben. Die „Krone“ hat die besten „Blitzer“.
Vor Flüssen, selbst vor großen Strömen schrecken Wildtiere nicht zurück. Eindrucksvoll belegen das Beobachtungen von Hirschen, die etwa nachts die Donau durchqueren. Stark befahrene Schnellstraßen stellen hingegen nahezu unüberwindbare Barrieren dar. Vor allem Autobahnen, die hierzulande oft durchgängig eingezäunt sind, um Wildunfälle zu vermeiden.
Sichere Autobahn-Querung für Wildtiere
Doch die Wildtiere müssen sich fortbewegen, auch um zu überleben. Sie wandern auf der Suche nach Nahrung, Fortpflanzungsstätten, Rückzugs- und Lebensräumen. Deshalb werden immer mehr Grünbrücken gebaut. „Um den Wildtieren eine sichere Querung der Autobahnen zu ermöglichen“, sagt Asfinag-Sprecher Walter Mocnik. „Wir haben derzeit ca. 60 Querungen, zwölf weitere sind geplant.“ Ziel sei es, nicht nur Wildunfälle zu reduzieren, „sondern gleichzeitig die natürlichen Lebensräume miteinander zu verbinden“. Damit Zwei- und Vierbeiner sicher an ihr Ziel kommen.
Die „Krone“ hat sich die Wildbrücke in Bad Blumau an der A2 näher angeschaut. Vor drei Jahren entstand aus insgesamt 110 Betonfertigteilen diese 75 Meter lange und 20 Tonnen schwere Überführung. Kostenpunkt: fünf Millionen Euro.
Rund 1400 Pflanzen wurden gesetzt, damit sich die Tiere wohlfühlen. Berg- und Feldahorn, Weißbirke, Hainbuche sowie Roter Hartriegel schaffen eine möglichst naturnahe Umgebung. Imposante Totholz- und Steinhaufen machen die Brücke zusätzlich für das Wild attraktiv. Ein zweieinhalb Meter hoher Blendschutz aus Lärchenholz soll zudem verhindern, dass die Tiere von Scheinwerfern der durchfahrenden Fahrzeuge verschreckt werden.
Wildquerungshilfe wird optimal angenommen
„So entsteht über der Autobahn ein regelrechter ,Wild-Highway‘, der den Tieren auch neue Wanderwege eröffnet“, weiß Mocnik. Denn dass diese Art von Brücke sehr gut angenommen wird, zeigen die drei Wildkameras, die für das Monitoring installiert wurden. „Besonders häufig wurden Rehe und Feldhasen dokumentiert. Aber auch einige Füchse, Steinmarder und Dachse konnten nachgewiesen werden. Besonders hervorzuheben ist die Sichtung eines Rothirsches.“
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