Aus der holprigen Suche nach Dürrehilfen und Klimagesetz stieg Georg Knill als derzeit interessanteste Figur in Österreichs politischer Ödlandschaft hervor. Für alle, die den Namen nie zuvor gehört haben: Der Mann ist Präsident der Industriellenvereinigung. Das ist ein leicht verstaubter und von nicht mehr ganz jungen Herren dominierter Klub, der noch ziemlich jeder Regierung mit Ratschlägen aus den guten alten Zeiten auf die Sprünge zu helfen versucht hat.
Ein paar Geistesblitze hätten einem am Ende zwischen allen Stühlen gelandeten armen Tropf wie dem Landwirtschafts- und angeblichen Umweltminister Norbert Totschnig zwar keineswegs geschadet. Aber mit Knills Ideen hätte Totschnig die hitzeverbrannten braunen Wiesen wohl kaum wieder in blühende Landschaften verwandeln können. Dafür wissen die Knills, seitdem ihre Firmen im Jahr 1712 die ersten Säbel und Degen an den Kaiser verkauft haben, wie man geschmeidig durch sämtliche Phasen der Geschichte kommt oder wie man – wie in den vergangenen Jahren – an schwersten Krisen gut verdient.
Und auch heute ist Industriellenchef Knill ein vorausschauender Mann. Auf seiner Tagesordnung hat er vorsorglich schon längst die Weichen zu einem freiheitlichen Kanzler gestellt. Dass es zuletzt mit Kickl doch noch nicht geklappt hat, mag ein frustrierendes Erlebnis gewesen sein. Aber die jüngsten Verwerfungen um Dürrehilfen und Klimagesetz könnten ein weiterer Brandbeschleuniger sein, um einen ins Bild passenden Vergleich zu bemühen.
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