Dehydrierung und hochgradiger Stress. Im Hinblick auf die kürzlichen Hitzewellen leiden Tiere auf heißen Transportfahrzeugen extrem. Tierschutzorganisationen verlangen verschärfte Regeln. Doch auch jede einzelne Konsumentin und jeder einzelne Konsument kann einen Beitrag leisten.
Fatal. Temperaturen um die 40 Grad Celsius in Österreich belasten nicht nur Bürger und Bürgerinnen, sondern auch Tiere in Transportern. Eigentlich dürfen Fahrten nur zwischen fünf und 30 Grad Celsius erfolgen, ansonsten muss der Lkw klimatisiert sein. Nicht alle Fahrzeuge halten sich jedoch daran.
Die Tiere sind stundenlang schutzlos der Sommerhitze ausgesetzt, aufgrund des Platzmangels ist es ihnen unmöglich, sich selbstständig abzukühlen. Es ist zum Beispiel undenkbar, dass sich Schweine in den engen Fahrzeugen suhlen oder durch Baden abkühlen. Schlechte Luftqualität und hohe Temperaturen sorgen für viel Stress.
Rinder haben eine Behaglichkeitstemperatur von 15 Grad Celsius
Die Folgen sind dramatisch. Laut Veronika Weissenböck, der Kampagnenleiterin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, reichen sie von Stress, Erschöpfungszuständen und Kreislaufkollaps bis hin zum Tod. Rinder etwa haben eine Behaglichkeitstemperatur von 15 Grad Celsius. Bei Hitzestress kann es zu Muskelkrämpfen, Muskelzittern und einer Atemlähmung kommen. Geflügel versucht, durch das Entfalten ihrer Flügel Wärme abzugeben – dies ist in engen Transportboxen unmöglich. Wenn sie überhitzen, tritt die sogenannte Schnabelatmung, mit 250 Atemzügen pro Minute, auf.
Rinder etwa haben eine Behaglichkeitstemperatur von 15 Grad Celsius. Bei Hitzestress kann es zu Muskelkrämpfen, Muskelzittern und einer Atemlähmung kommen.

Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck von Vier Pfoten
Bild: VIER PFOTEN | Adrian Almasan
Forderungen von TierschützerInnen
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten fordert ein Transportverbot ab 25 Grad Celsius und bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius. Weiters wird eine maximale Transportdauer von acht Stunden für Vierbeiner, die über zwölf Wochen alt sind, verlangt, vier Stunden für Kaninchen und Geflügel.
Außerdem wird für ein Verbot von Langstreckentransporten lebender Tiere in Drittländer und verstärkte Kontrollen gekämpft. Kälber unter zwölf Wochen sollten gar nicht erst transportiert werden. Zusätzlich fordert der Verein gegen Tierfabriken (VGT) auf seiner Website mehr Stroh, Platz und gekühlte Fleischtransporte statt Lebendtiertransporte.
Wie jede und jeder helfen kann
Jede und jeder kann etwas beitragen. Der Umstieg auf pflanzliche Alternativen und das Unterstützen von Petitionen von Tierschutzorganisationen, sowie regionalen Direktvermarktern helfen. Wer Missstände im Straßenverkehr bemerkt – tote, verletzte Tiere oder fehlender Zugang zu Wasser – kann Fahrzeugstandort und Nummernschild der Polizei melden, erklärt Vier Pfoten. Beweismaterial, wie Fotos und Videos, seien wichtig und sollen an das Veterinäramt und zuständige Tierschutzombudstellen geschickt werden.
Die Meinung der Politik
Das Bundesministerium beruhigt – die Standards für Tiertransporte in Österreich lägen bereits auf hohem Niveau. Der Einkauf bei regionalen Direktvermarktern sei empfehlenswert, um Transporte kurz zu halten. In Bezug auf hitzebedingte Verschärfungen verweist das Bundesministerium auf das laufende Überarbeiten der Tiertransport-Verordnung auf EU-Ebene. Tierschutzorganisationen sehen hier allerdings noch wesentlichen Verbesserungsbedarf und fordern, dass die aktuell bestehenden Gesetze möglichst zeitnah geändert werden.
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