Die Studentin Eva Pretterhofer (22) tauschte den Hörsaal gegen die Osttiroler Gemeinde Assling. Auf 1260 Metern Seehöhe half sie im Sommer freiwillige bei einem Bauernhof mit. Dahinter steckt ein Projekt des Alpenvereins und des Maschinenrings.
Die angehende Journalistin Eva Pretterhofer sitzt normalerweise zahlreiche Stunden vor dem Laptop. Einen Teil ihrer Ferien verbrachte die Studentin heuer jedoch in Osttirol, konkret auf 1260 Metern Seehöhe im Asslinger Ortsteil Dörfl. Dort arbeitete sie als Freiwillige auf dem Hof von Bergbauer Richard Bachmann.
„Ich durfte beim Zäunen, im Haushalt und bei den Kräutern helfen oder Zeit mit den Kindern verbringen“, sagt die Steirerin über ihre Erfahrungen. Ihr Aufenthalt in Assling war kein Zufall. Sie bewarb sich über den Alpenverein für das Projekt „Freiwillig am Bauernhof“. Vom Maschinenring Osttirol erhielt sie eine Auswahl an Betrieben.
Richard Bachmann hat bereits Erfahrung mit Freiwilligen. Schon vor zehn Jahren war die erste hier, seitdem kommen regelmäßig Volontäre und helfen mit. „Wir sind ein Bergbauernhof mit 20 Tieren und knapp zehn Hektar Grünland. Vor allem bei der Heuarbeit gibt es im Sommer viel zu tun. Die Freiwilligen sind sehr wichtig für uns“, schildert er seine Erfahrungen. Seine Partnerin Marion Hassler ergänzt: „Es ist zwar eine Herausforderung, wenn man jemanden Fremdes aufnimmt, aber zugleich eine Bereicherung. Man erhält neue Sichtweisen und umgekehrt möchte man, dass die Freiwilligen etwas lernen.“
Wir haben alleine in Osttirol 20 Betriebe und 70 Freiwillige. Es gibt immer weniger Leute in der Landwirtschaft.
Thomas Oppeneiger, GF Maschinenring Osttirol
So gibt es auf dem Hof immer unterschiedliche Aufgaben, auch für 22-jährige Eva: Sie durfte viel im Kräutergarten von Marion mithelfen, auf der Alm dabei sein oder auch Holzbalken bürsten. „Es ist kein Urlaub am Bauernhof, sondern man entscheidet sich freiwillig dazu, vor Ort mitzuhelfen. Gewisse Dinge werden kurzfristig entschieden.“
Dass in ganz Tirol Freiwillige in der Landwirtschaft gebraucht werden, bestätigt Thomas Oppeneiger, GF des Maschinenrings. „Wir haben alleine in Osttirol 20 Betriebe und 70 Freiwillige. Es gibt immer weniger Leute in der Landwirtschaft.“
Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen und könnte mit dieser Entscheidung nicht glücklicher sein.
Eva Pretterhofer
Die Helfer müssen nicht immer Studenten sein. 2025 war am Hof von Bachmann zum Beispiel eine Frau mit über 60 Jahren. Eva resümiert zufrieden: „Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen und könnte mit dieser Entscheidung nicht glücklicher sein.“
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