In Dornbirn fand am Samstag jene Dragqueen-Lesung für Kinder statt, die im Vorfeld jede Menge Staub aufgewirbelt hatte. Die Veranstaltung im Kulturhauspark war wenig überraschend völlig harmlos, nur kurz sorgte eine Frau mit ihren Zwischenrufen für eine wenig Wirbel.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sommer im Park", bei der heuer die Themen Vielfalt und Offenheit im Zentrum standen, ging am Samstagnachmittag eine besondere Lesestunde für Kinder über die Freiluftbühne: Die beiden Dragqueens „Frau Bürgerschreck“ und „Athene Atlas“ lasen aus ausgewählten Kinderbüchern vor und sangen gemeinsam mit den Kleinen bekannte Disneylieder.
Kritik und Petition im Vorfeld
Die Veranstaltung hatte im Vorfeld für erhebliche Diskussionen gesorgt. Mittels einer Online-Petition versuchten Kritiker, die Absage der Dragqueen-Lesung zu erwirken. Die Initiatoren äußerten die Befürchtung, dass Kinder durch die Darbietung „sexuell beeinflusst“ werden könnten und vermuteten hinter dem Auftritt eine „queere Agenda“. Auch die städtische ÖVP war auf den Empörungs-Zug aufgesprungen.
Die Verantwortlichen des Stadtmarketings als Veranstalter wiesen diese Vorwürfe indes entschieden zurück, man habe die Lesung speziell für ein junges Publikum konzipiert, von einer „Sexualisierung“ könne keine Rede sein.
Erwachsenes Publikum und eine Störung
Und wie war es nun? Ein wenig bizarr, ansonsten völlig harmlos, wobei die beiden Dragqueens ein augenscheinliches Talent für den Vortrag haben. Bizarr war, dass hauptsächlich Erwachsene im Publikum saßen – und die sollten eigentlich schon sexualisiert sein, in welche Richtung auch immer. Die wenigen anwesenden Kinder waren teils so jung, dass sie ohnehin nicht kognitiv erfassen konnten, was da vor sich ging.
Polizisten waren ebenfalls da, zu tun bekamen sie aber nichts. Nur kurz sorgte eine aufgebrachte Dame mit Zwischenrufe für eine kleine Einlage, doch auch sie beruhigte sich rasch wieder. Was genau die Frau von sich gab, war nicht zu entschlüsseln – ihr Talent zum Vortrag war nicht so ausgeprägt wie jenes von „Frau Bürgerschreck“ und „Athene Atlas“.
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