Gianni Infantinos Investoren-Pläne für die FIFA-WM scheinen vom Tisch und der mächtige Präsident wieder fest im Sattel. Doch der Schweizer wäre nicht er, hätte er nicht schon wieder neue Ideen. „Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl ist den Gerüchten nachgegangen, wonach es 2030 einen ganz besonderen Austragungsort für das WM-Finale geben soll.
Nachdem das großartigste Turnier aller Zeiten mittlerweile sein Ende gefunden hat, ist es höchste Zeit, sich an die Vorbereitung des nächsten großartigsten Turniers aller Zeiten zu machen, denn schon am 21. Juli 2030, soll schließlich ein neuer Herrenfußball-Weltmeister gekürt werden. Ob 64 oder 128 Teams an diesem monumentalen Spektakel auf drei Kontinenten teilnehmen werden, ist noch offen, aber es werden, weil die FIFA nur 211 Mitglieder hat, nicht 256 sein. Schade eigentlich, denn ein Turnier mit 64 Vierergruppen, bei dem in 384 Spielen die 128 Teilnehmer des Vierundsechzigstelfinales zu ermitteln wären, hätte durchaus seinen Reiz. Allein schon die Aussicht auf 768 Hydration Breaks in der Gruppenphase könnte jeden Werbefachmann schwach werden lassen.
Der nächsten „FIFA-Friedenspreis-Kandidat“
Eines der insgesamt sechs Gastgeberländer wird Marokko sein, das sich gerade zum Nabel der Fußballwelt entwickelt. Infantino hat dort am letzten Mittwoch in einer Art Schweigekreis die Führungsriege des Weltverbandes wieder hinter sich gebracht („Uneingeschränkte Unterstützung“) und will sich, ungeachtet aller Vorwürfe, im kommenden März in Rabat erneut im Amt bestätigen lassen. In Fouzi Lekjaa, dem Präsidenten des mächtigsten afrikanischen Nationalverbands, hat er einen wichtigen Verbündeten, der selbst Großes vorhat: Derzeit noch so etwas wie ein Staatssekretär im Finanzministerium, möchte er nämlich im September zum Staatspräsidenten gewählt werden und Infantino weiterhin nach Kräften unterstützen, um „die Einheit der großen Fußballfamilie“ nicht zu gefährden. Er wäre dann sicher Giannis Wunschkandidat für den FIFA-Friedenspreis, falls dieser nochmal vergeben werden sollte.
Begrenzt belustigte Madrilenen
Passend dazu wird gemunkelt, Infantino habe (mal wieder im Alleingang) seinem Busenfreund versprochen, das WM-Finale 2030 in Casablanca stattfinden zu lassen. Und so vehement wie die FIFA dies dementiert („Falsch und irreführend“), scheint etwas dran zu sein. Schließlich ist in der Stadt, die passenderweise „Weißes Haus“ heißt, mit dem 115.000 Plätze bietenden „Grand Stade de Casablanca“ die größte Fußballarena der Welt in Planung und die sollte schließlich nicht sinnlos in der Gegend herumstehen. In Madrid, wo man Unsummen in die Modernisierung des Estadio Santiago Bernabéu gesteckt hat, findet man das nur begrenzt lustig, aber die Entscheidung trifft nun mal die FIFA. Und so kann sich Gianni den König aussuchen, der mit ihm 2030 den Cup überreichen wird. Es wird nach heutigem Stand auf jeden Fall ein VI. sein, egal ob er Felipe oder Mohammed heißt.
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