Der Vorarlberger Dialekt hat bekanntlich seine Eigenarten, insbesondere im Osten Österreichs versteht man nicht immer, was einem der Alemanne sagen will. Der Kabarettist und Autor Stefan Vögel will mit „Vögels Lexikon“ Abhilfe schaffen und Brücken bauen. Heute geht es sehr rabiat zu, auf dem Lehrplan steht das Zeitwort „verschlaha“.
Das Verb verschlaha ist rein grammatikalisch betrachtet die alemannische Version des hochdeutschen Zeitworts erschlagen. Die Tätigkeit des Verschlaha (Erschlagens) selbst aber hat im Gegensatz zur Hochsprache nicht zwingend tödliche Folgen, denn: verschlaha kann im Dialekt sowohl verprügeln als auch zu Tode prügeln meinen.
Bei Tieren ist der Fall in aller Regel eindeutig: sie werden getötet, wenn man sie verschlaht. „Din Hund ischt mi agfalla, also han a verschlaha!“, berichtet der entrüstete Nachbar und bestätigt mit seiner Aussage den verblichenen Vierbeiner. Hätte er das Tier nur in die Flucht geschlagen, so müsste er dies im Dialekt anders ausdrücken: „I han em an Tritt verpasst/körig oas druf geh/a paar mitgeh“.
Genau umgekehrt liegt der Fall bei einem Menschen, der das Ziel alemannischer Schläge wird. Ein Verschlaha bedeutet hier nicht mehr (aber auch nicht weniger) als eine ordentliche Tracht Prügel („I han der freche Krüppel verschlaha!“).
Ist der Prügelnde dabei aber zu weit gegangen und hat sein Opfer die Attacke nicht überlebt, so wird der reuige Alemanne stattdessen vor dem Richter gestehen: „Tut mer leid, Herr Rot – aber I han a drschlaha“. Drschlaha bedeutet folglich ein Vrschlaha mit Todesfolge, unabhängig davon, ob das fatale Endresultat beabsichtigt wurde oder nicht.
Eine abgemilderte Form des Vrschlaha ist das Schlaha (schlagen gegenüber verprügeln), so wie es früher leider alltäglich und straflos war gegenüber Frauen und Kindern.
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