Südkoreas Fußballverband hat sich nun dafür entschuldigt, die Massagesalon-Besuche ausländischer Schiedsrichter bezahlt zu haben. Eine Kolumne von „Krone“-Sportchef Peter Moizi ...
Es klingt so klischeehaft und peinlich, dass es fast schon wieder lustig ist. Irgendwie könnte für diese Szenen auch Ernst Hinterberger, Drehbuchautor des legendären „Kaisermühlen Blues“, verantwortlich sein.
Südkoreas von Skandalen erschütterter Fußballverband ist um ein weiteres Kapitel reicher. Nach den erschreckend schwachen Auftritten bei der WM-Endrunde sowie jüngsten Streitereien, Machtspielchen und einer polizeilichen Razzia im Verbandsbüro sickerte der nächste Eklat durch …
Rechnungen übernommen
Die Fußballbosse bezahlten bei mindestens sieben (!) Länderspielen in den Jahren 2011 und 2012 sexuelle Dienstleistungen in Massagesalons für ausländische Schiedsrichter. Der Verband nutzte dafür ganz ungeniert Firmenkreditkarten; die Abrechnungen pro Massage in Höhe von mehreren hundert Euro gelangten an die Öffentlichkeit. Nach einer Welle der Empörung gestand der Verband seine Schuld ein und entschuldigte sich kleinlaut.
Ein absolutes Armutszeugnis für Südkoreas Fußball – aber eben auch für die Schiedsrichter, die hier wie die „Kaisermühlen Blues“-Figuren Schoitl und Gneisser blindlings in die Liebesfalle tappten. So sehr manche Unparteiische am Rasen als neutrale Richter auftreten wollen, so wenig können sie anscheinend gewissen Verlockungen und Begünstigungen widerstehen. Tatsachen, die kein schönes Licht auf die internationale Schiedsrichterwelt werfen – zumal bei der WM trotz VAR grobe und denkwürdige Fehlentscheidungen ohnehin für Kopfschütteln sorgten.
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