Die offizielle Bestellung der neuen ORF-Direktoren fällt genau auf denselben Tag wie der Auftakttermin im Gerichtsprozess um Ex-General Roland Weißmann. Es ist der Showdown nach Monaten der Skandale und Verfehlungen ...
Perfektes Timing? Am kommenden Dienstag präsentiert nicht nur der künftige ORF-Boss Clemens Pig sein neues Führungsteam, nein – fast zeitgleich beginnt vor dem Wiener Arbeits- und Sozialgericht die brisante Auseinandersetzung zwischen dem ORF und dem in Ungnade gefallenen Ex-Generaldirektor Roland Weißmann. Er bekämpft seine Kündigung und fordert vom ORF knapp vier Millionen Euro. Auslöser für seine Kündigung waren Belästigungsvorwürfe einer Mitarbeiterin.
Eigentlich hätte der 11. August ja der Tag der großen Generaldirektorenwahl werden sollen, doch sie musste aufgrund der Causa Weißmann vorgezogen werden. Und auch die 13 Direktoren hätten nicht erst am Dienstag, sondern schon im Juli bestellt werden sollen – doch Pig verlangte mehr Zeit für seine Personal-Auswahl, sodass die Sitzung ausgerechnet wieder am 11. August landete.
Beispiellose Serie an Skandalen
Seit der Causa Weißmann folgte am Küniglberg eine peinliche Affäre nach der anderen: Den Stiftungsräten Heinz Lederer und Gregor Schütze wurden Interventionen vorgeworfen, Stiftungsrat Thomas Prantner musste zurücktreten, weil ihn ebenfalls ungustiöse Vorwürfe einholten. Danach rollten auch die Köpfe im ORF-Management selbst.
Werbechef Oliver Böhm wurde zunächst beurlaubt und nach einer Compliance-Prüfung Ende Juni fristlos entlassen. Spitzenmanager Pius Strobl wurde freigestellt, damit Hinweise auf mögliches Fehlverhalten untersucht werden können. Der ORF betonte ausdrücklich, dass dies keine Vorverurteilung darstelle. Erst vor wenigen Tagen folgte der nächste Paukenschlag: ORF-III-Chef Peter Schöber wurde abberufen und mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Laut Generaldirektorin Ingrid Thurnher hatten interne und externe Untersuchungen Verhaltensweisen festgestellt, die mit einer Führungsfunktion im ORF nicht vereinbar seien.
Aber auch jetzt kommt der Staatsfunk nicht zur Ruhe: Nun steht Stiftungsratschef Heinz Lederer selbst im Fokus der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Nötigung. Er soll Personalwünsche mit Weißmanns Wiederwahl verknüpft haben. Ein Scherbenhaufen ...
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