Der Familienbetrieb Kögler aus St. Florian baut Instrumente für Kirchen auf der ganzen Welt. Jedes der zehntausenden Einzelteile wird von Vater, Sohn und Mitarbeitern handgefertigt. Die „Krone“ war zu Besuch in der Orgelbau-Werkstatt.
Mindestens ein halbes, manchmal auch ein ganzes Jahr wird in der Werkstatt in St. Florian an einer einzigen Orgel gebaut. Kein Wunder: Jedes Instrument besteht aus zehntausenden Einzelteilen – und jedes davon stellen die sieben Orgelbauer des Betriebs selbst her.
Die kleinsten Bestandteile sind nur zentimetergroße Holzteile, die das Instrument zusammenhalten. „Denn wir verwenden keine Nägel und Schrauben, weil die in den feuchten Kirchen oxidieren können“, erklärt Johannes Kögler (33), der den Familienbetrieb zusammen mit seinem Vater Christian (62) führt. Dieses mühevolle Handwerk hat seinen Preis: „Unsere Orgeln kosten 500.000 Euro pro Stück aufwärts“, sagt Vater Christian – abhängig nach Größe des Instruments.
Instrumente aus OÖ stehen in Asien
Angefertigt werden die Orgeln für Kirchen auf der ganzen Welt. „Unsere weitesten Verkäufe waren nach Japan und Südkorea“, sagt Christian. Das bekannteste Instrument des Betriebs steht aber in der Nachbarschaft: die Bruckner-Orgel im Stift St. Florian mit ihren mehr als 7000 Pfeifen. Als die Orgel in den 1940er-Jahren restauriert werden musste, wurde die Werkstatt des Betriebs deswegen nach St. Florian verlegt – wo sie auch heute noch steht. Seit 1972 ist das Unternehmen im Besitz der Familie Kögler.
Die Kirche ist der mit Abstand wichtigste Kunde – davon hängt das Familienunternehmen ab. „Dass immer weniger Menschen in die Kirche gehen, spüren wir schon“, erzählt Christian. Und auch die gestiegenen Zinnpreise – das Material ist für die Pfeifen wichtig – machen sich in den Geschäftsbüchern bemerkbar. Doch der Betrieb läuft: „Wir haben Aufträge für eineinhalb bis zwei Jahre“, sagt Christian Kögler.
„Schönster Moment ist gleichzeitig der traurigste“
Der Orgelbau ist ein Lehrberuf mit dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit. Weil von der Skizze bis zum Stimmen des Instruments alles selbst gemacht wird, lernen Orgelbauer auch Tischlern, technisches Zeichnen, Schmieden und mehr. Das Handwerk ist vielseitig, das beste an seinem seltenen Beruf sei jedoch etwas anderes, meint Christian: „Der schönste Moment ist, wenn die Orgel eingeweiht wird. Gleichzeitig ist es aber auch der traurigste, weil man jahrelang daran gearbeitet hat.“
Die „Krone“ porträtiert seltene Berufe. Teil vier der Serie stellt den Job des Orgelbauers vor.
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