Kerstin Auberger kennt Bettwanzen, Ameisen, Schaben und Co. so gut wie kaum jemand anderer: Die 32-Jährige ist seit zwölf Jahren Schädlingsbekämpferin. Ihren Beruf mag sie trotz der Ekel-Gefahr.
Dort, wo sich andere mit Grauen abwenden, rückt Kerstin Auberger an: Die 32-Jährige ist seit zwölf Jahren Kammerjägerin beim Linzer Familienbetrieb Adonex. Bettwanzen, Ratten und Co. sind ihr tägliches Geschäft.
An einen Einsatz erinnert sich Auberger besonders: „Das war in der Wohnung bei einem sehr netten Herren – der hat überall Schaben gehabt. Er hat geglaubt, er schafft es selbst und hat mit Sprays gearbeitet. Wenn man viel selbst macht, kann man aber auch viel falsch machen: Er hat die Schaben nur aus seinem Sichtfeld vertrieben, im Hintergrund haben sie sich vermehrt.“ Das sei aber ein Extremfall gewesen, grauslich sei ihr Job nur sehr selten: „Man stellt es sich schlimmer vor, als es ist“, sagt Auberger.
Drei Jahre Lehre
Schädlingsbekämpfung ist in Österreich ein Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit. „Man muss einen Hausverstand haben und das Interesse, alles zu lernen“, sagt Auberger. „Und man muss flexibel sein“ – denn die Mitarbeiter der Linzer Firma sind in ganz Österreich und Bayern unterwegs. „Gastronomie und Hotellerie sind unsere Hauptkunden, weil wir für sie die vorgeschriebenen Kontrollen durchführen“, so Auberger.
Wespenbekämpfung von Profis kostet 200 Euro
Jetzt im Sommer haben es die Schädlingsbekämpfer vor allem mit Ameisen und Wespen zu tun. Ein Beispiel: Für eine professionelle Wespenbekämpfung zahlt man bei der Firma von Kerstin Auberger inklusive Anfahrt etwas mehr als 200 Euro. Bettwanzen gibt es ganzjährig – „aber vor allem, wenn die Leute vom Urlaub heimkommen“, sagt die 32-Jährige. Und im Winter ist speziell der Einsatz gegen Ratten und Mäuse gefragt.
„Wir werden gerufen, weil wir gebraucht werden“
Auberger soll gemeinsam mit ihrer Schwester einmal den Familienbetrieb übernehmen. Ihren Beruf mag sie trotz der Ekel-Gefahr: „Weil die Arbeit vielseitig ist und man den Menschen helfen kann. Wir werden gerufen, weil wir gebraucht werden – das ist das Schöne.“
Die „Krone“ porträtiert seltene Berufe. Teil drei der Serie stellt den Job der Kammerjägerin vor.
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