Ohne einen Cent zu zahlen, soll sich eine 34-jährige Vorarlbergerin ein Fitnessstudio unter den Nagel gerissen haben. 45.750 Euro Schaden, dazu eigene Schulden von über 10.000 Euro und ein Privatkonkurs. Vor Gericht wollte sie nur eines: schweigen.
Bislang ohne jeden Makel steht die zweifache Mutter nun plötzlich unter schwerem Betrugsverdacht. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wirft der 34-Jährigen vor, sich im Mai 2025 als „zahlungswillige und zahlungsfähige“ Geschäftsfrau ausgegeben zu haben, um den Zuschlag für ein Fitnessstudio in Dornbirn zu erhalten. Die Vorbesitzerin hatte einen Nachfolger für ihr Studio samt kompletter Ausstattung gesucht. Ein Vertrag wurde geschlossen, Ratenzahlungen vereinbart. Doch am Ende floss das Geld nicht. Keine einzige Rate kam bei der ehemaligen Betreiberin an, die sich schließlich betrogen fühlte und Anzeige erstattete.
Bitte um Vertagung der Verhandlung
Vor Gericht zeigte sich die Angeklagte am Mittwoch sichtlich angespannt. Mit zittriger Stimme und merklich nervöser Körperhaltung bat sie Richterin Franziska Klammer um eine Vertagung: „Ich habe einige wichtige Unterlagen und möchte mich wirklich vorher mit einem Verteidiger besprechen.“ Fragen wollte die bislang Unbescholtene ohne anwaltlichen Beistand keine beantworten. Auf eine kostenlose Verfahrenshilfe verzichtete sie – sie habe schließlich eine Rechtsschutzversicherung und werde sich selbst einen Anwalt suchen. Die Richterin mahnte eindringlich, dies rasch zu erledigen – ein weiteres Mal werde sie den Fall nicht vertagen.
Ich bitte Sie darum, den Prozess zu vertagen. Ich habe einige wichtige Unterlagen und möchte mich wirklich vorher mit einem Verteidiger besprechen.
Die Angeklagte zur Richterin
Angeklagte ist auch privat hoch verschuldet
Wie prekär die finanzielle Lage der Frau tatsächlich ist, machte Staatsanwalt Richard Gschwenter deutlich: Der Schaden der Vorbesitzerin belaufe sich auf 45.750 Euro, jeder Cent davon ist im Akt exakt aufgeschlüsselt. Doch damit nicht genug, steckt die Angeklagte selbst mit über 10.000 Euro in den Miesen und befindet sich mitten in einem Privatkonkurs.
Das Studio ist futsch
Und was ist eigentlich aus dem Fitnessstudio geworden? Ihre knappe Antwort: „Nichts, es ist weg.“ Da auch die als Zeugin geladene Vorbesitzerin nicht erschienen war, musste der Prozess ohnehin vertagt werden. Beim nächsten Verhandlungstermin sollen nun alle relevanten Unterlagen und Beteiligten anwesend sein, um endgültig zu klären, ob die Frau das Unternehmen von Anfang an in betrügerischer Absicht an sich reißen wollte.
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