Wo sonst Almwiesen und genügend Wasser auf die Tiere warten, herrscht in diesem Hitzesommer Ausnahmezustand. Am Hochlecken in Oberösterreich musste jetzt ein Hubschrauber 7000 Liter Wasser einfliegen, damit Kälber versorgt werden können. Warum Feuerwehr, Bergrettung und Bauern gemeinsam anpacken mussten – die „Krone“ kennt alle Details.
Seit Mitte Juni weiden die acht Kälber der Landwirtsfamilien Lublasser („Dickerl“) und Zopf („Feichtinger“) aus Steinbach am Attersee unterhalb des Hochleckenhauses. Seit Jahrzehnten ist es Tradition, dass die Tiere den Sommer auf dem beliebten Ausflugsberg verbringen. Wenn sie auf- oder abgetrieben werden, ist meist der halbe Ort auf den Beinen.
Normalerweise reicht das gesammelte Regenwasser problemlos bis Mitte September – dann werden die Tiere über den Wanderweg wieder ins Tal begleitet.
Heuer ist vieles gänzlich anders: Wegen der anhaltenden Hitze und großen Trockenheit waren die Regenwasserreserven schon lange aufgebraucht.
Wirtin versorgte die Kühe zunächst
Landwirt und Vizebürgermeister Albert Zopf, dem sechs der acht Kälber gehören, erzählt im Gespräch mit der „Krone“: „Wir hatten zunächst Glück, weil sich die Wirtin vom Hochleckenhaus um die Viecher gekümmert hat. Sie hat Wasser abgegeben, das eigentlich für die Gastronomie vorgesehen war. Das hat aber irgendwann nicht mehr funktioniert. Die können beim Hochleckenhaus ja nicht die Klos zusperren.“
Es hätte zur großen Gefahr werden können, wenn kein Wasser mehr da gewesen wäre. Im Jahr 1993 war es auch so trocken, dass der Hubschrauber fliegen musste.

Landwirt Albert Zopf, Steinbach
Bild: Gemeinde Steinbach/Attersee
Extra starker Helikopter transportierte 7000 Liter Wasser
Zunächst überlegten die Steinbacher, das Wasser mit der Materialseilbahn auf den 1572 Meter hohen Hochlecken zu transportieren. Diesen Plan verwarf man aber rasch. „Wir haben dann über das Land bei der Agrarbehörde um Unterstützung angesucht, damit wir einen Hubschrauber für den Transport bekommen“, sagt Zopf.
Im Ort wurden beim Betonwerk Leube und bei Bauern Wasserboxen organisiert, dann von Feuerwehr und Bergrettung befüllt.
Mit einer besonders starken Ecureil AS 350 B3+ (738 PS) der Firma KitzAir wurden schließlich in neun Rotationen innerhalb von 43 Minuten 7000 Liter Wasser auf den Berg gebracht.
Jungbauer Christoph Lublasser marschierte am Donnerstag um 4 Uhr früh auf den Berg, um nach den Tieren zu sehen. „Bei den Kälbern ist alles in Ordnung“, meldete er ins Tal.
Eine Flugminute kostet 28 Euro netto. Eine Förderung wurde zugesagt.
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