Dass die Verlängerung des Zivildienstes vorerst auf Freiwilligkeit beschränkt bleibt, gefällt vor allem bei Rettungsorganisationen nicht jedem. Klare Worte findet in Niederösterreich nur ASBÖ-Präsident Hannes Sauer. Beim Roten Kreuz drückt man sich hingegen um Kritik an der Regierung.
Der Berg kreißte und gebar eine Maus. So wird vielerorts das von der Bundesregierung nach zähen Verhandlungen vorgelegte Modell des längeren Wehrdienstes bewertet. Über eine gleichzeitige Verlängerung des Zivildienstes traute man sich erst gar nicht drüber – man beließ es bei einer „freiwilligen Lösung“.
Verbindliche Verlängerung
Das stößt vor allem beim Samariterbund auf Kritik. Mehr als 250 Zivildiener in Niederösterreich leisten pro Jahr ihren Dienst fürs Vaterland bei dieser Rettungsorganisation ab. „Eine Verlängerung würde grundsätzlich Vorteile bringen“, bestätigt Präsident Hannes Sauer. Und betont: „Sie müsste jedoch verbindlich sein.“
Bei Reform außen vor
Zwei Monate der Dienstzeit werden in die fundierte Ausbildung der Zivildiener investiert. Sauer: „Eine längere Einsatzdauer wäre auch im Interesse einer stabilen Gesundheitsversorgung.“ Eine rein freiwillige Lösung reiche nicht aus, um verlässlich planen zu können. Er kritisiert auch, dass die Rettungsorganisationen in die Ausarbeitung der Wehrdienstreform nicht eingebunden waren.
Attraktive Alternative
Mehr als 770 Zivildiener stehen in Niederösterreich jährlich in den Reihen des Roten Kreuzes im Einsatz. Dort ortet Präsident Hans Ebner am nunmehrigen Modell „eine gewisse Flexibilität, auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können“. Ihm ist wichtig, dass der Zivildienst eine „attraktive Alternative für junge Männer bleibt“.
Unverzichtbar sind Zivildiener auch in heimischen Pflegeheimen. Rund 180 „Zivis“ unterstützen das Personal und bringen Abwechslung in den Alltag der Bewohner.
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