Von nächtlichen Diebestouren wird das 39-Seelen-Dorf Negers, ein Vorort der Stadtgemeinde Zwettl (NÖ), heimgesucht. Die Beute: Ortstafeln der kleinen Kommune. Nun wurden wieder Schilder entwendet. Ein Zeuge meldete sich bei der Polizei, die eine heiße Spur verfolgt. Man geht nicht von einer politisch motivierten Tat aus.
Mit Mopeds und Auto suchten fünf Täter in der Nacht von Samstag auf Sonntag das kleine Waldviertler Dorf Negers heim. Ihr Ziel: Die beiden Schilder am nördlichen Ortsende, die Beginn beziehungsweise Ende kennzeichnen. Gegen 1.45 Uhr montierten sie laut Augenzeugen die Schilder ab und fuhren in Richtung Gerlas davon.
Die Ermittlungen laufen und bei der Polizei ist man optimistisch, die Täter bald ausgeforscht zu haben. Laut bisherigen Erkenntnissen schließt man eine politisch motivierte Tat aus und geht eher von einer Mutprobe oder dergleichen aus. Ein „Lausbubenstreich“, wie es so schön im Volksmund heißt, sei das aber aufgrund des entstandenen Schadens nicht: „Im besten Fall werden die Ortstafeln noch vor der Ausforschung der Täter wieder aufgefunden werden“, betont ein Ermittler zur „Krone“.
Stadt hat Ortsschilder auf Vorrat
Dass eine Ortstafel in dem 39-Seelen-Dorf der Stadtgemeinde Zwettl gestohlen wurde, kam alles andere als zum ersten Mal vor. Es passierte sogar schon so oft, dass die Stadtgemeinde Zwettl Ortstafeln auf Vorrat produzieren ließ und den Diebstahl zur Anzeige brachte. So konnte die Stadt aber bereits reagieren und am Dienstagvormittag bereits neue Ortsschilder montieren.
Straftat und kein Jugendstreich
„Jeder Diebstahl verursacht erheblichen Schaden. Für Material, die Neuinstallation sowie den Arbeitsaufwand des Bauhofs entstehen der Stadt Kosten in Höhe von 500 Euro pro Vorfall. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine strafbare Handlung“, hat man im Rathaus für die scheinbaren Jugendstreiche kein Verständnis mehr.
Der Ortsname Negers wurde laut Wikipedia 1346 als „Negaizz“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name bedeute wahrscheinlich „Siedlung eines Mannes mit dem slawischen Namen Negoj“.
Erinnerungen an Fucking
Der Ort Fucking in der Innviertler Gemeinde Tarsdorf erlangte in der Vergangenheit weltweite Bekanntheit. Touristen reisten in den 100-Seelen-Ortsteil, um sich vor der Tafel fotografieren zu lassen. Auch mehrere Diebe machten nicht Halt, nahmen sich die Tafeln als Souvenir mit nach Hause. Am 1. Jänner 2021 wurde der Ort in Fugging umbenannt.
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