La Strada Graz hebt mit „Möbius“ von Collectiv XY & Rachid Ouramdane in der Oper in das heurige Festivalprogramm ab. Weiters am Programm: Eine multimediale Installation von Nana Francisca Schottländer holt den Dachstein mitten in die Stadt.
Scheinbar planlos spazieren die Artisten des französischen Collectif XY am Beginn von „Möbius“ einzeln auf die Bühne der Grazer Oper: 19 Körper mit ihren Eigenheiten und Fähigkeiten, 19 Individuen. Doch dann setzt Musik ein, es kommt Bewegung ins Geschehen und damit beginnt zur Eröffnung der heurigen Ausgabe von La Strada auch ein theatraler Verschmelzungsprozess. Aus den Individuen wird eine Gruppe.
Denn das Flugverhalten der Stare war der Ausgangspunkt dieser Arbeit, die eine große Frage ins Zentrum rückt: Wie kann man sich als Gruppe ohne Anführer bewegen und dabei dennoch perfekte Formationen bilden? Was den Vögeln quasi aus dem Bauch heraus zu gelingen scheint, hat für die Artisten viele Monate an Training bedeutet.
Individuelle Bewegungsmuster und -impulse wurden mit dem Choreografen Rachid Ouramdane in eine gemeinsame Bewegungssprache übersetzt, aus 19 Artisten wurde so ein Schwarm, der sich in „Möbius“ 65 Minuten lang immer neu zu akrobatischen Höchstleistungen formiert, wieder zerfällt, auseinander schwärmt, und sich letztlich immer wieder neu findet.
Das Resultat ist nicht nur perfekt choreografierte Akrobatik mit atemberaubenden Einlagen, sondern hat auch eine zutiefst politische Note. In Zeiten des Rückzugs in immer enger werdende politische und ideologische Blasen, ist „Möbius“ auch ein Befreiungsschlag des Miteinanders. Denn Abheben und frei sein, das beweist das Collectif XY auf eindrucksvolle Art, können wir nur gemeinsam. Bis Sonntag zu sehen.
Der Dachstein steht mitten in Graz
Den Einklang mit der Natur sucht auch Nana Francisca Schottländer in ihrer multimedialen Installation „Let the mountain come to you“ im Atelier Jungwirth, die Teil des mehrjährigen Projekts „Signal vom Dachstein“ ist. Bei mehreren Besuchen am Dachsteingletscher sind Fotos und Videos ihrer intimen Beschäftigung und Verschmelzung mit dem Berg entstanden.
Verbunden mit Naturaufnahmen, einer Klanginstallation und Dokumentationen vorangegangener künstlerischer Aktionen am Berg entsteht eine sinnliche Reflexion des Verhältnisses von Mensch und Berg. Die Ausstellung ist bis 8. August täglich von 11 bis 17 Uhr zu sehen, jeweils um 17.30 Uhr lädt Schottländer das Publikum zu einer steinharten und doch ganz sanften Berührung mit der Natur.
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