Der Pensions-Unterschied zwischen Männern und Frauen ist in der Steiermark nach wie vor sehr hoch, die Lücke liegt bei mehr als 40 Prozent! Es gibt daher die politische Forderung nach verpflichtenden Ausgleichszahlungen während Zeiten der Kinderbetreuung.
Leider ist der finanzielle Unterschied im Ruhestand immer noch drastisch. Steirerinnen erhalten durchschnittlich um 41,2 Prozent weniger Pension als Steirer. Das ist schlechter als der österreichische Wert (39,4 Prozent).
Echte finanzielle Gleichstellung sieht für Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) anders aus. „Da ist noch viel Luft nach oben! Solange Frauen durchschnittlich um fast 40 Prozent niedrigere Pensionen erhalten als Männer, dürfen wir uns mit dem Erreichten nicht zufriedengeben.“ Das Ziel müsse sein, dass Frauen wirtschaftlich unabhängig sein können.
Die Steiermark erreicht am 2. August den Equal Pension Day. Männer haben da rechnerisch bereits die Pensionssumme erhalten, die Frauen im Schnitt erst mit Jahresende bekommen.
Erziehung und Pflege weiter ungleich verteilt
Frauen übernehmen immer noch mehrheitlich die Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen und gehen dadurch öfter in Teilzeit. Khom plädiert für ein verpflichtendes Pensionssplitting mit „Opt-out“-Option. Das heißt: Während der Kinderbetreuungszeit werden automatisch Teile der Pensionsgutschriften des überwiegend erwerbstätigen Elternteils (meist dem Mann) auf das Pensionskonto des betreuenden Elternteils (der Frau) übertragen. Wer sich dagegen entscheiden will („Opt-out“), müsste dies aktiv erklären. „Kindererziehung ist eine gemeinsame Verantwortung“, so Khom.
Kindererziehung ist eine gemeinsame Verantwortung, deshalb müssen sich auch die Auswirkungen auf die spätere Pension gerechter verteilen.

Manuela Khom
Bild: Christian Jauschowetz
Finanzbildung forcieren
Man müsse Frauen zudem stärker finanziell weiterbilden. Die ÖVP-Chefin verweist auf Veranstaltungsreihen wie Finanzfrau: „Finanzielle Unabhängigkeit beginnt nicht erst mit dem Pensionsantritt.“
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