6+3 = 8+1. Jetzt rücken sie alle aus, die Verteidiger der Wehrdienstverlängerung – aber keiner erweckt den überzeugenden Eindruck, hier wirklich gewonnen zu haben. Doch beinahe klang gestern früh Kanzler Christian Stocker im Ö1-Morgenjournal so. Auf die Frage, wie dieses neue, nach heftigem innerkoalitionären Herumgewürge geborene Modell 6+3, also sechs Monate Grundausbildung beim Bundesheer, dazu noch drei Monate Übungen, umgesetzt werden soll, antwortete er mit einem Hauch von Triumph: Er bevorzuge es, gleich an die Grundausbildung zwei Monate als Truppenübung anzuhängen. Wenn das so umgesetzt wird – ja, dann hätte sich Stocker fast durchgesetzt. Denn er wollte ja das von der Wehrdienstkommission vorgeschlagene 8+2-Modell – also acht Monate im Block und dann noch zwei Monate Übungen in den Folgejahren. Versteht man Stocker richtig, dann wäre die neue Gleichung 6+3 = 8+1. Wetten, dass da innerhalb der Dreierkoalition noch längst nicht die letzten Worte gesprochen sind?
Grimmige Ministerin. Auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner verteidigte am Mittwoch den Wehrdienst-Kompromiss. Im „Krone“-Interview nimmt sie auch Stellung zur Beobachtung, sie habe bei der Präsentation dieser Koalitionslösung „grimmig gewirkt“. Sie gesteht, dass dieser Eindruck nicht getäuscht habe. Es sei ein absoluter Kraftakt gewesen, mittlerweile sei sie aber gelöster. Es ist jedoch herauszuhören, dass ihre Zufriedenheit mit dem Paket noch überschaubar ist. Etwa mit der vorgesehenen Erhöhung des Soldes um 400 Euro auf 1000 Euro pro Monat. Tanner: „Das ist ein Konsens, was wir wollten, hätte anders ausgesehen.“ Und sie warnt angesichts der hohen Kosten für das Kompromisspaket auch davor, die kostspielige Umsetzung dürfte nicht den „Aufbauplan“, also die hohen Investitionen ins Heer, gefährden. Offen bleibt auch noch, in welchem Zeitrahmen das neue Modell umgesetzt wird. Siehe oben: Wetten, dass da innerhalb der Dreierkoalition noch längst nicht die letzten Worte gesprochen sind?
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.