Worauf es ankommt

Insektenstiche treiben Einsatzzahlen in die Höhe

Oberösterreich
29.07.2026 13:00

Sie sind heuer sehr aktiv – die Wespen. Und weil sie den Menschen oft in die Quere kommen, gibt's mehr Stiche. Doch nicht nur die „Piekser“ der Wespen treiben die Einsatzzahlen des Roten Kreuzes in Oberösterreich in die Höhe – es gibt auch noch andere Plagegeister. Ein Sani erklärt, worauf man achten sollte.

Die Einsatzzahlen des Roten Kreuzes OÖ zeigen heuer einen deutlichen Anstieg bei Insektenstichen und allergischen Reaktionen. Bisher wurden bereits 90 Einsätze wegen Insektenstichen verzeichnet – im Vorjahr waren es bis einschließlich Juli nur 26.

Allergieeinsätze verdoppelt
Auch beim anaphylaktischen Schock schnellten die Zahlen von 45 auf 180 Einsätze nach oben. Einzig beim Allergieschock gab es einen leichten Rückgang: von 480 auf 427 Fälle. Die generellen Allergieeinsätze haben sich hingegen von 509 auf 1034 mehr als verdoppelt.

Von Kleinigkeit bis Lebensgefahr
Die „Krone“ sprach mit Michael Weberbauer, der für das Rote Kreuz OÖ tätig ist und seit 20 Jahren als Notfallsanitäter im Einsatz steht. „Die Palette der Einsätze wegen Insektenstichen ist riesig. Teilweise rufen die Leute schon bei uns an, wenn sie einen Mückenstich oder eine Zecke haben. Das liegt auch daran, dass viele Menschen Angst vor der asiatischen Tigermücke haben, die es bei uns geben soll“, sagt er. Einige Menschen lesen Berichte und glauben, die Tigermücke sei extrem gefährlich und dass sie sie infiziert. Gleichzeitig gebe es aber Patienten, die nach Insektenstichen massive Schwellungen der oberen Atemwege entwickeln und kaum noch sprechen können – „es ist alles dabei.“

Besonders Schwellungen im Halsbereich gefährlich
Entscheidend sei auch, an welcher Stelle jemand gestochen werde. „Beim allergischen Schock ist ein Stich im Halsbereich aufgrund der Schwellung problematisch“, erklärt Weberbauer. Kühlen helfe als erste Maßnahme fast immer. Darüber hinaus verfügen die Sanitäter über ein kleines „Arsenal“ an Medikamenten. „Unsere stärkste Waffe ist der Epi-Pen. Damit können wir auch Cortison oder H1-Blocker, also ein Antihistaminikum, intravenös verabreichen.“

Schauen, dann naschen
Sein Tipp, um Stichen vorzubeugen: „Hinschauen, bevor man im Sommer etwas zum Essen in den Mund steckt oder aus einem Glas trinkt. Ideal ist es auch, Getränkegläser abzudecken.“

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